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Kom­men­tar zur Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie von Ger­not Gra­nin­ger, Ge­ne­ral­di­rek­tor AKM

In der öf­fent­li­chen De­bat­te rund um die Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie wer­den die grund­sätz­li­chen Her­aus­for­de­run­gen miss­ver­ständ­lich in­ter­pre­tiert. Im Kern geht es dar­um, dass On­line Platt­for­men wie zB You­Tube, Face­book, Sound­Cloud, u.a. ag­gre­gier­te oder von Nut­zern hoch­ge­la­de­ne In­hal­te an­bie­ten, je­doch die Krea­tiv­schaf­fen­den auf­grund be­stehen­der Ge­set­zes­lü­cken der­zeit gar nicht oder nur in ge­rin­gem Aus­maß für die Ver­wen­dung ih­rer Wer­ke (Mu­sik, Tex­te, Vi­de­os, etc.) be­zah­len. Durch die Ver­ga­be von Li­zen­zen an die­se Platt­for­men soll sich die­ser Zu­stand än­dern.

Für on­line-Nut­zer ist es wich­tig zu wis­sen, dass sich das ih­nen be­kann­te In­ter­net nicht än­dern wird, denn:

  1. die Richt­li­nie be­zieht sich nur auf Platt­for­men wie die oben er­wähn­ten und for­dert die Ko­ope­ra­ti­on mit den Rech­te­inha­bern zum Schutz ih­rer Wer­ke. Die da­für nö­ti­gen tech­ni­schen Hilfs­mit­tel wer­den von den Platt­for­men be­reits jetzt ver­wen­det, al­ler­dings nur für ihre ei­ge­nen Zwe­cke. Es gibt kei­ne Ver­pflich­tung, Fil­ter beim Upload ge­schütz­ter In­hal­te vor­zu­se­hen.
  2. das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung wird nicht be­schnit­ten. Im Ge­gen­teil: falls In­hal­te fälsch­li­cher­wei­se von Platt­for­men ent­fernt wer­den, kön­nen Kon­su­men­ten in Zu­kunft erst­mals auf schnel­le und ef­fi­zi­en­te Rechts­schutz-Me­cha­nis­men zu­rück­grei­fen.
  3. das Hoch­la­den und Tei­len von Con­tent auf You­Tube, Face­book und an­de­re Platt­for­men wird für Kon­su­men­ten auch in Zu­kunft un­ge­hin­dert mög­lich sein. Die Richt­li­nie be­zieht sich nur auf die Platt­for­men, nicht die Nut­zer selbst. Me­mes, mash-ups und der­glei­chen fal­len schon jetzt un­ter die Ur­he­ber­rechts­aus­nah­men (wie auch Par­odi­en, Zi­ta­te, Kri­ti­ken, etc) und dür­fen als sol­che wei­ter­hin kre­iert und ge­pos­tet wer­den.

Wäh­rend es also für die Nut­zer der on­line-Platt­for­men kei­ne we­sent­li­chen Än­de­run­gen durch die EU-Richt­li­nie ge­ben wird, be­steht für Krea­tiv­schaf­fen­de die Mög­lich­keit, ihre Wer­ke ei­nem brei­ten Pu­bli­kum zu­gäng­lich zu ma­chen und da­für auch fair be­zahlt zu wer­den.

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