Kul­tu­rel­le Viel­falt braucht star­kes Ur­he­ber­recht

Kunst­schaf­fen­de be­to­nen die Not­wen­dig­keit der Re­form des Ur­he­ber­rechts bei Tref­fen mit Mit­glie­dern des EU-Par­la­ments in Straß­burg

Wien/Straßburg, 12. De­zem­ber 2018 – Kurz vor dem letz­ten Tri­log-Mee­ting un­ter ös­ter­rei­chi­schem Rats­vor­sitz ver­sam­mel­ten sich zahl­rei­che Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de aus ganz Eu­ro­pa in Straß­burg, um noch­mals auf die Dring­lich­keit der No­vel­le des Ur­he­ber­rechts hin­zu­wei­sen: Be­stehen­de Ge­set­zes­lü­cken für gro­ße On­line-Platt­for­men müs­sen drin­gend ge­schlos­sen und ein fai­re Ver­gü­tung der On­line-Nut­zung ih­rer Wer­ke si­cher­ge­stellt wer­den. EU-Par­la­men­ta­ri­er sind auf­ge­for­dert, sich nicht dem Druck der in­ter­na­tio­na­len Tech­no­lo­gie-Gi­gan­ten zu beu­gen, die ihre ei­ge­nen Wirt­schafts-in­ter­es­sen ver­fol­gen, son­dern die In­ter­es­sen der Be­völ­ke­rung zu wah­ren.

Aus Ös­ter­reich wa­ren die Kom­po­nis­ten und Song­wri­ter Cesár Sam­pson und John Ar­man auf Ein­la­dung der AKM ver­tre­ten. Im per­sön­li­chen Ge­spräch mit Ver­tre­tern des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments mach­ten sie ihre Po­si­ti­on klar: „Die Zu­kunft der Krea­ti­ven steht auf dem Spiel. Im di­gi­ta­len Zeit­al­ter bie­ten On­line-Platt­for­men zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten für Krea­tiv­schaf­fen­de und wir möch­ten, dass User un­se­re Wer­ke nut­zen kön­nen. Die gro­ßen Platt­for­men, die mit un­se­rem geis­ti­gen Ei­gen­tum viel Geld ver­die­nen, sol­len uns da­für auch fair be­zah­len.“, so Cesár Sam­pson stell­ver­tre­tend für tau­sen­de Krea­ti­ve aus Ös­ter­reich.

John Ar­man (links) und Cé­sar Sam­son (rechts) im Ge­spräch mit MEP Heinz Be­cker

EU-Bür­ge­rIn­nen un­ter­stüt­zen Ge­setz­ge­bung zum Schutz der Kunst­schaf­fen­den

Die Kunst­schaf­fen­den sind die Kron­ju­we­len Eu­ro­pas und wir müs­sen sie schüt­zen, das be­haup­te­te der Prä­si­den­ten der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on, Jean-Clau­de Juncker, in sei­ner Rede zur Lage der Eu­ro­päi­schen Uni­on. Laut ei­ner kürz­lich durch­ge­führ­ten Um­fra­ge1 in je­nen eu­ro­päi­schen Län­dern, wo die Richt­li­nie be­son­ders heiß um­kämpft ist, un­ter­stüt­zen 87% der Be­frag­ten eine Ge­setz­ge­bung zum Schutz der Kunst­schaf­fen­den. 60% der Be­frag­ten sind der Mei­nung, dass On­line-Platt­for­men Krea­tiv­schaf­fen­de nicht fair für die Nut­zung ih­rer Wer­ke ver­gü­ten. Ein kla­res Man­dat an die Ab­ge­ord­ne­ten im EU-Par­la­ment, für die No­vel­le der Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie zu stim­men und so eu­ro­päi­sche Kul­tur und Ar­beits­plät­ze zu si­chern. Denn zwei von drei EU-Bür­ge­rIn­nen glau­ben, dass Tech­no­lo­gie-Gi­gan­ten mehr Macht ha­ben als die Eu­ro­päi­sche Uni­on.

An­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung si­chert kul­tu­rel­le Viel­falt

Als Ge­sell­schaft der Au­to­ren, Kom­po­nis­ten und Mu­sik­ver­le­ger ver­tritt die AKM ak­tiv die In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der und sieht die kul­tu­rel­le Viel­falt in Ge­fahr: „Ohne an­ge­mes­se­ne Ver­gü­tung ist es für Kunst­schaf­fen­de auf Dau­er nicht mög­lich, wei­ter­hin krea­tiv tä­tig zu sein. Dies wür­de zu ei­ner ver­kür­zen­den Ein­engung auf be­stimm­te Re­per­toires und dem Ver­schwin­den von al­ter­na­ti­ver und avant­gar­dis­ti­scher Kunst füh­ren. Wenn aber kul­tu­rel­le Viel­falt ge­wünscht ist, dann ist es un­be­dingt er­for­der­lich, sich für das geis­ti­ge Ei­gen­tum stark zu ma­chen!“ ap­pel­liert AKM Ge­ne­ral­di­rek­tor Ger­not Gra­nin­ger an die Ab­ge­ord­ne­ten im EU-Par­la­ment.

Le­sen Sie mehr zur drin­gend not­wen­di­gen No­vel­le des Ur­he­ber­rechts.

1 On­line-Be­fra­gung durch das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Har­ris In­ter­ac­tive in Spa­ni­en, Ita­li­en, Deutsch­land, Po­len, Tsche­chi­sche Re­pu­blik, Ru­mä­ni­en, Grie­chen­land und Frank­reich. Auf­trag­ge­ber: Eu­ro­pe for Crea­tors, Au­gust 2018.