Prio­ri­tä­ten von Krea­tiv­schaf­fen­den für EU-Po­li­tik

Krea­tiv­schaf­fen­de set­zen Prio­ri­tä­ten für die EU-Po­li­tik und for­dern die Wie­der­ein­set­zung der In­ter­grup­pe für Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft

Am 25. Sep­tem­ber tref­fen Krea­tiv­schaf­fen­de aus ganz Eu­ro­pa bei der Ver­an­stal­tung „Meet The Aut­hors“ ei­ni­ge der wich­tigs­ten Ent­schei­dungs­trä­ge­rIn­nen Eu­ro­pas in Brüs­sel. Ne­ben dem Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Chris­ti­an Eh­ler, der auch als Gast­ge­ber fun­giert, zäh­len der Prä­si­dent des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments, Da­vid Sas­so­li, und Ma­ri­ya Ga­bri­el, EU-Kom­mis­sa­rin für di­gi­ta­le Wirt­schaft und Ge­sell­schaft zu den wei­te­ren hoch­ran­gi­gen Teil­neh­me­rIn­nen.

Aus Ös­ter­reich wird die durch den Eu­ro­vi­si­on Song Con­test in­ter­na­tio­nal be­kann­te Sän­ge­rin und Song­wri­te­rin PA­EN­DA teil­neh­men.

Bei der Ver­an­stal­tung Meet The Aut­hors stel­len die Krea­tiv­schaf­fen­den erst­mals ihre Prio­ri­tä­ten für eine ehr­gei­zi­ge eu­ro­päi­sche Po­li­tik zur För­de­rung von Kul­tur, Krea­ti­vi­tät und In­no­va­ti­on vor. (Sie­he un­ten)

Eine Rei­he von Ab­ge­ord­ne­ten al­ler Frak­tio­nen wer­den ihre Un­ter­stüt­zung für die von MEP Eh­ler ein­ge­lei­te­te Wie­der­ein­set­zung der In­ter­grup­pe für Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft (CCI) zum Aus­druck brin­gen. Stu­di­en be­le­gen, dass die Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft der dritt­größ­te Ar­beit­ge­ber in Eu­ro­pa ist und mehr als 12 Mil­lio­nen Ar­beits­plät­ze schafft, häu­fig für jun­ge Men­schen. Die Krea­tiv­schaf­fen­den ste­hen im Mit­tel­punkt der CCI, und GE­SAC, die über ihre 32 Mit­glie­der in der EU und im EWR mehr als 1,1 Mil­lio­nen Ur­he­be­rIn­nen ver­tritt, un­ter­stützt die­se In­itia­ti­ve un­ein­ge­schränkt.

Vé­ro­ni­que Des­bros­ses, Ge­ne­ral Ma­na­ger von GE­SAC: „Die CCI In­ter­group war maß­geb­lich an der Ver­ab­schie­dung der Ur­he­ber­rechts­richt­li­nie be­tei­ligt – ei­ner Re­form, die das von US-ame­ri­ka­ni­schen Tech­no­lo­gie­gi­gan­ten ge­gen den Krea­tiv­sek­tor aus­ge­üb­te Macht­ge­fäl­le be­sei­tigt und dazu bei­trägt, dass Krea­ti­ve von ih­rer Ar­beit le­ben kön­nen. Ob­wohl die Richt­li­nie ein wich­ti­ger Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung war, bleibt noch viel zu tun, und die Ur­he­be­rIn­nen for­dern die Ab­ge­ord­ne­ten auf, „eine am­bi­tio­nier­te Po­li­tik für die Ur­he­be­rIn­nen und die CCI“ zu un­ter­stüt­zen.“

Vé­ro­ni­que Des­bros­ses führt wei­ters aus: „Die eu­ro­päi­schen Ent­schei­dungs­trä­ge­rIn­nen müs­sen sich in den nächs­ten fünf Jah­ren mit ver­schie­de­nen Her­aus­for­de­run­gen be­fas­sen um si­cher­zu­stel­len, dass die Ur­he­be­rIn­nen für ihre Ar­beit an­ge­mes­sen ver­gü­tet wer­den. Dazu zäh­len die ord­nungs­ge­mä­ße Um­set­zung der Ur­he­ber­rechts­re­form, das Un­ter­bin­den ag­gres­si­ver Ver­su­che chi­ne­si­scher, US-ame­ri­ka­ni­scher und ko­rea­ni­scher Ge­rä­te­her­stel­ler, die be­stehen­den Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen für Pri­vat­ko­pi­en zu be­en­den und da­mit den eu­ro­päi­schen Ver­brau­chern und Krea­ti­ven zu scha­den, so­wie die Be­kämp­fung der schä­di­gen­den Buy-Out Klau­seln, die eu­ro­päi­sche und na­tio­na­le Vor­schrif­ten um­ge­hen.“

Ei­ni­ge der Prio­ri­tä­ten der Krea­tiv­schaf­fen­den:

1 Die Um­set­zung und Im­ple­men­tie­rung der ver­ab­schie­de­ten Ur­he­ber­rechts­richt­li­nie er­folgt rei­bungs­los, so­dass sich die Ver­gü­tung von Krea­tiv­schaf­fen­den und die Ren­ta­bi­li­tät der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft ver­bes­sern.

2 Ein fai­rer und nach­hal­ti­ger Eu­ro­päi­scher On­line­markt ent­steht, der nicht ver­mehrt von ame­ri­ka­ni­schen Vi­deo-on-de­mand Ser­vices do­mi­niert wird und zu Schwie­rig­kei­ten für die eu­ro­päi­sche In­dus­trie und Krea­tiv­schaf­fen­de führt. Un­fai­re Ver­trags­prak­ti­ken und Buy-Out Ver­trags­klau­seln sol­cher Platt­for­men müs­sen wei­ter un­ter­sucht wer­den um die nach­hal­tigs­ten und fairs­ten Stan­dards aus­zu­lo­ten.

3 Die Spei­cher­me­di­en­ver­gü­tung bleibt be­stehen um Tritt­brett­fah­rer zu ver­hin­dern. Die ag­gres­si­ven At­ta­cken nicht­eu­ro­päi­scher Ge­rä­te­her­stel­ler wie Sam­sung, Ap­ple oder Hua­wei zur Än­de­rung des EU-Ge­set­zes für Pri­vat­ko­pi­en zu­las­ten der eu­ro­päi­schen Krea­ti­ven und Ver­brau­cher soll­ten be­en­det wer­den.

4 Das Fi­nan­zie­rungs­sys­tem von Ho­ri­zon Eu­ro­pe und Crea­ti­ve Eu­ro­pe wird ver­stärkt. Be­stehen­de För­der­sys­te­me sol­len neue For­men der Krea­ti­vi­tät er­mög­li­chen und krea­ti­ve In­hal­te be­wer­ben. Ne­ben be­stehen­den Sys­te­men im au­dio-vi­su­el­len Sek­tor muss spe­zi­fi­sche fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung für den Mu­sik­be­reich mit dem Mu­sic Mo­ves Eu­ro­pe Pro­gramm und ei­ner eu­ro­päi­schen Mu­sik­be­ob­ach­tungs­stel­le ver­ab­schie­det wer­den.

5 Stra­te­gi­en sind un­ter­ein­an­der ko­hä­rent und wer­den bei Be­darf an­ge­passt. Be­son­ders die EU Wett­be­werbs- und Han­dels­po­li­tik muss die Be­son­der­hei­ten des Kul­tur­sek­tors be­rück­sich­ti­gen.

 

Über GE­SAC

GE­SAC (Eu­ropean Grou­ping of So­cie­ties of Aut­hors and Com­po­sers, eu­ro­päi­scher Dach­ver­band der Ur­he­ber­ge­sell­schaf­ten) ver­eint 32 Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on, Is­land, Nor­we­gen und der Schweiz. GE­SAC re­prä­sen­tiert mehr als eine Mil­li­on Krea­tiv­schaf­fen­de und Rech­te­inha­be­rIn­nen in den Be­rei­chen Mu­sik, au­dio­vi­su­el­le Kunst, bil­den­de Kunst und Li­te­ra­tur. www.authorsocieties.eu