Spür­ba­re Ver­lus­te für Ur­he­be­rIn­nen und Mu­sik­ver­la­ge durch Co­ro­na­kri­se

Staat­li­che Un­ter­stüt­zung bis Sep­tem­ber ver­län­gert
16. Juni 2021
EMX Ca­pa­ci­ty Buil­ding Pro­gram­me
6. Juli 2021
Alles anzeigen

Spür­ba­re Ver­lus­te für Ur­he­be­rIn­nen und Mu­sik­ver­la­ge durch Co­ro­na­kri­se

  • Rück­gang der Li­zenz­er­trä­ge aus dem In­land -22,6%, aus dem Aus­land -6,5%
  • 83 Mio € ab­zu­rech­nen­de Tan­tie­men an Be­zugs­be­rech­tig­te (-22,2%)
  • Fol­gen der Pan­de­mie er­for­dern Fle­xi­bi­li­sie­rung der För­der­maß­nah­men

Wur­de im Vor­jahr noch ein Re­kord­ergeb­nis prä­sen­tiert, so ma­chen sich im Ge­schäfts­jahr 2020 die er­war­te­ten Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na­kri­se für Kun­dIn­nen und Mit­glie­der der AKM be­merk­bar.

Ein­bruch der Öf­fent­li­chen Auf­füh­rung – 45,6%

Ab­ge­sag­te Kon­zer­te und Ver­an­stal­tun­gen, ge­schlos­se­ne Ki­nos, Gas­tro­no­mie- und Ho­tel­be­trie­be so­wie sin­ken­de Wer­be­ein­nah­men in Ra­dio und TV wirk­ten sich un­mit­tel­bar auf die Li­zenz­ein­nah­men In­land aus, die im Jahr 2020 mit 79,5 Mio € um 22,6% ge­rin­ger als im Vor­jahr aus­fie­len. Der Be­reich der Öf­fent­li­chen Auf­füh­rung, der so­wohl Live-Auf­füh­run­gen als auch die Wie­der­ga­be me­cha­ni­scher Mu­sik um­fasst, zählt tra­di­tio­nell zur stärks­ten Ein­nah­me­quel­le und wur­de pan­de­mie­be­dingt mit ei­nem Mi­nus von 45,6% be­son­ders hart ge­trof­fen. Die re­la­tiv klei­ne Spar­te On­line stei­ger­te ihre Er­trä­ge hin­ge­gen von 5,4 auf 8,2 Mio € und zählt da­mit zu den we­ni­gen Ge­win­nern. Rück­gän­ge in der Höhe von 0,9 Mio € (-6,5%) gab es auch bei den Aus­lands­er­trä­gen, so­mit ist der Ge­samt­ertrag um mehr als ein Fünf­tel ge­rin­ger (-20,6%) als im Vor­jahr und liegt bei 96,4 Mio €.

Nied­ri­ger Spe­sen­satz dank ef­fi­zi­en­tem Kos­ten­ma­nage­ment

Maß­vol­le Pla­nung und kon­ti­nu­ier­li­che An­pas­sung des Bud­gets an die ak­tu­el­le Ent­wick­lung der Ge­sund­heits­kri­se trug zu ei­ner Re­duk­ti­on des Ge­samt­auf­wands um 9,1% bei und er­mög­lich­te trotz mas­si­ver Um­satz­ver­lus­te ei­nen Spe­sen­satz von 11,55%. Da­mit ist die AKM im in­ter­na­tio­na­len Um­feld wei­ter­hin eine der ef­fi­zi­en­tes­ten Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten von Mu­sik.

Ra­sche Un­ter­stüt­zung für Mit­glie­der

Un­mit­tel­bar nach An­kün­di­gung des ers­ten Lock­downs war klar, dass auf jene Ur­he­ber, die haupt­säch­lich oder aus­schließ­lich von Live-Ver­an­stal­tun­gen le­ben, schwie­ri­ge Zei­ten zu­kom­men und sie auf­grund nicht statt­fin­den­der Ver­an­stal­tun­gen an den Rand ih­rer Exis­tenz ge­drängt wer­den. Zur Mil­de­rung sol­cher Här­te­fäl­le ha­ben AKM und aus­tro me­cha­na in kür­zes­ter Zeit den Kul­tur-Ka­ta­stro­phen­fonds er­rich­tet und ih­ren Mit­glie­dern 1,3 Mio € zur Ver­fü­gung ge­stellt. Gleich­zei­tig wur­de die Zah­lungs­ver­pflich­tung von Li­zenz­kun­den aus­ge­setzt, die ih­ren Be­trieb auf­grund der ge­setz­li­chen Ver­ord­nung vor­über­ge­hend schlie­ßen muss­ten.

Fol­gen der Pan­de­mie län­ger­fris­tig spür­bar

Be­dingt durch die zeit­ver­zö­ger­te Ab­rech­nung der Tan­tie­men wer­den die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie län­ger­fris­tig für die Mit­glie­der der AKM spür­bar sein. Im Ge­schäfts­jahr 2020 wur­den die Nut­zun­gen aus dem Jahr 2019 zu­ge­wie­sen und knapp 83 Mio € (-22,2%) an die Be­zugs­be­rech­tig­ten ver­teilt. Die Spar­ten Ra­dio, Fern­se­hen und On­line wer­den quar­tals­wei­se bzw. halb­jähr­lich ab­ge­rech­net, so­mit sind Nut­zun­gen aus dem Jahr 2020 be­reits be­rück­sich­tigt.

Das Er­geb­nis des Jah­res 2021 wird nicht nur den Lock­down der ers­ten Mo­na­te wi­der­spie­geln, son­dern auch die Ab­sa­ge bzw. Ver­schie­bung von Tour­ne­en und Kon­zer­ten im Aus­land. Ger­not Gra­nin­ger, Ge­ne­ral­di­rek­tor der AKM, über die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on: „Da vie­le un­se­rer Mit­glie­der, an die­ser Stel­le möch­te ich auch aus­drück­lich die Mu­sik­ver­la­ge nen­nen, mas­siv un­ter den man­geln­den Tan­tie­men­flüs­sen lei­den, wäre es wün­schens­wert, wenn die staat­li­chen Un­ter­stüt­zun­gen aus­ge­wei­tet und fle­xi­bi­li­siert wür­den.“ Vor­schlä­ge und For­de­run­gen wur­den auf der po­li­ti­schen Ebe­ne be­reits mit dem ent­spre­chen­den Nach­druck ein­ge­bracht.

Gra­nin­ger blickt trotz al­ler Wid­rig­kei­ten po­si­tiv in die Zu­kunft: „Wir neh­men den mit den Öff­nungs­schrit­ten auf­ge­kom­me­nen Op­ti­mis­mus ger­ne auf und ar­bei­ten mit vol­ler Kraft dar­an, den Markt schnell und ef­fek­tiv zu be­ar­bei­ten. Auch wenn wir das Ni­veau von 2019 erst in ei­ni­gen Jah­ren wie­der er­rei­chen wer­den, kommt das Ge­schäft in Schwung und das ist das Wich­tigs­te für un­se­re Mit­glie­der. Die AKM ist nicht nur ein un­ab­ding­bar not­wen­di­ger Pfei­ler im ös­ter­rei­chi­schen Mu­sik­ge­sche­hen, sie ist auch kri­sen­si­cher und im­mer für ihre Mit­glie­der da. Das hat sie im letz­ten so schwie­ri­gen Ge­schäfts­jahr je­den­falls be­wie­sen.“

Der AKM Jah­res­be­richt für das Ge­schäfts­jahr 2020 steht auf https://www.akm.at/ueber-uns/jahresberichte/ zur An­sicht be­reit.