1 Mil­li­ar­de Euro we­ni­ger Tan­tie­men für Krea­ti­ve im Jahr 2020

CI­SAC ver­öf­fent­licht Glo­bal Collec­tions Re­port

Pa­ris, 27. Ok­to­ber 2021

Welt­weit wur­den 2020 um 9,9% we­ni­ger Li­zenz­ein­nah­men für Krea­tiv­schaf­fen­de in den Be­rei­chen Mu­sik, au­dio­vi­su­el­le Me­di­en, Bil­den­de Kunst, Dar­stel­len­de Kunst und Li­te­ra­tur er­zielt, das ist ein Ver­lust von mehr als 1 Mil­li­ar­de € als Er­geb­nis der Pan­de­mie.

Laut dem von der CI­SAC (In­ter­na­tio­nal Con­fe­de­ra­ti­on of So­cie­ties of Aut­hors and Com­po­sers) heu­te ver­öf­fent­lich­ten Glo­bal Collec­tions Re­port san­ken die ge­sam­ten Li­zenz­er­trä­ge auf 9,32 Mil­li­ar­den €, was vor al­lem auf die Lock­down-Maß­nah­men und die da­mit ver­bun­de­ne Hal­bie­rung der Ein­nah­men aus öf­fent­li­chen Auf­füh­run­gen zu­rück­zu­füh­ren ist.

Der Rück­gang wur­de teil­wei­se durch hö­he­re Ein­nah­men im Di­gi­tal­be­reich wett­ge­macht, dies spie­gelt sich im welt­weit stark stei­gen­den Kon­sum von Au­dio- und Vi­deo­strea­ming wi­der und ist auf ge­ziel­te Li­zen­zie­rungs­ak­ti­vi­tä­ten vie­ler Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten zu­rück­zu­füh­ren.

Die wich­tigs­ten Trends:

  • Rück­gang im Be­reich Öf­fent­li­che Auf­füh­rung um 45% auf 1,6 Mil­li­ar­den €, da­von Ein­nah­men für Live-Kon­zer­te um ge­schätz­te 55% nied­ri­ger
  • Ein­nah­men im Di­gi­tal­be­reich stie­gen 16,6% auf 2,4 Mil­li­ar­den €
  • TV und Ra­dio, die größ­te Ein­nah­me­quel­le für Krea­ti­ve, sank 4,3% auf 3,7 Mil­li­ar­den €
  • Ein­nah­men für Mu­sik, die 88% der Ge­samt­sum­me aus­ma­chen, gin­gen 10,7% zu­rück und be­tru­gen 8,19 Mil­li­ar­den €.
  • Eu­ro­pa ist die am här­tes­ten ge­trof­fe­ne Re­gi­on mit 16,9% Ein­nah­men­rück­gän­ge im Mu­sik­be­reich

Zi­ta­te

CI­SAC Prä­si­dent Björn Ul­va­e­us: „Krea­ti­ve ar­bei­ten heu­te in ei­nem un­ge­rech­ten Öko­sys­tem. Wenn wir ak­zep­tie­ren, dass der Song – oder die krea­ti­ve Ar­beit ei­nes be­lie­bi­gen Re­per­toires – die Grund­la­ge un­se­rer Krea­tiv­wirt­schaft ist, war­um ak­zep­tie­ren wir dann die fast gänz­li­che Un­sicht­bar­keit des Krea­tiv­schaf­fen­den in der kom­mer­zi­el­len Wert­schöp­fungs­ket­te? Als ich im Mai 2020 die Prä­si­dent­schaft der CI­SAC über­nahm, war die Un­ter­wer­fung von Krea­ti­ven be­reits ein Rie­sen­the­ma. Dann kam Co­vid, und zwei Din­ge wur­den sicht­bar. Ers­tens ent­wi­ckelt sich Strea­ming ra­sant in die Rich­tung, in Zu­kunft die wich­tigs­te Ein­nah­me­quel­le für Krea­ti­ve zu wer­den. Und zwei­tens stel­len Strea­ming-Ein­nah­men, egal wie schnell sie wach­sen, der­zeit ein­fach kei­ne fai­re Be­loh­nung dar, wenn sie auf Mil­lio­nen ein­zel­ner Emp­fän­ger auf­ge­teilt wer­den.“

CI­SAC Ge­ne­ral­di­rek­tor Gadi Oron: „Nach vie­len Jah­ren ste­ti­gen Wachs­tums hat Co­vid die Ein­nah­men auf Tal­fahrt ge­schickt. So­wohl rei­fe als auch Ent­wick­lungs­märk­te, die auf tra­di­tio­nel­le Ein­kom­mens­quel­len wie Kon­zer­te, Fes­ti­vals und Aus­stel­lun­gen an­ge­wie­sen sind, er­lit­ten mas­si­ve Rück­gän­ge im Jahr 2020, die auch 2021 an­dau­ern. Hö­he­re Ein­nah­men im Di­gi­tal­be­reich ha­ben den Rück­gang an­de­re Ein­nah­me­quel­len in vie­len Län­dern ab­ge­fe­dert, und das ist eine Hom­mage an die Be­mü­hun­gen der CI­SAC Ge­sell­schaf­ten die Stra­te­gie zu än­dern, Res­sour­cen zu ver­la­gern und Ak­ti­vi­tä­ten im Be­reich Di­gi­tal­li­zen­zie­rung an­zu­kur­beln. Die Pan­de­mie war ohne Zwei­fel ein Ka­ta­ly­sa­tor für Ver­än­de­rung und hat den un­um­kehr­ba­ren Trend zur Di­gi­ta­li­sie­rung be­schleu­nigt.“

Der voll­stän­di­ge Re­port ist auf der CI­SAC-Home­page ab­ruf­bar.