EU Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie

Die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen

Herz­stück von Ar­ti­kel 13 der Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie ist die Klar­stel­lung, dass be­stimm­te User Ge­ne­ra­ted Con­tent (UGC)-Plattformen ur­he­ber­recht­lich ver­ant­wort­lich sind und Krea­ti­ve an­ge­mes­sen ver­gü­ten sol­len. Die­se UGC-Platt­for­men, die durch das Or­ga­ni­sie­ren, Op­ti­mie­ren und Pro­mo­ten von ge­schütz­ten In­hal­ten auf ih­rem Ser­vice eine ak­ti­ve Rol­le ein­neh­men, kön­nen sich im Ge­gen­satz zu ech­ten neu­tra­len Host-Pro­vi­dern, die le­dig­lich Spei­cher­platz zur Ver­fü­gung stel­len, nicht auf das „Haf­tungs­pri­vi­leg“ der E-Com­mer­ce-Richt­li­nie be­ru­fen. Sol­che Platt­for­men sol­len Li­zenz­ver­ein­ba­run­gen schlie­ßen und mit Hil­fe tech­ni­scher Maß­nah­men in Ko­ope­ra­ti­on mit den Rech­te­inha­bern da­für sor­gen, dass die Li­zenz um­ge­setzt wird. Dort wo es noch kei­ne Li­zenz­ver­ein­ba­run­gen gibt, sol­len tech­ni­sche Maß­nah­men da­für sor­gen, dass nicht-au­to­ri­sier­te In­hal­te über das Ser­vice nicht an­ge­bo­ten wer­den.

Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Rech­te­inha­bern und Platt­form­be­trei­bern

Eine Ver­pflich­tung, Fil­ter beim Upload ge­schütz­ter In­hal­te ge­ne­rell vor­zu­se­hen, gibt es bei die­ser Lö­sung nicht. Der Zu­gang zu Ser­vices wie You­Tube, Face­book und ähn­li­che Platt­for­men und das Hoch­la­den von In­hal­ten blei­ben so­mit für Kon­su­ment un­ge­hin­dert mög­lich. Die Ur­he­ber­rechts­richt­li­nie sieht le­dig­lich eine Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Rech­te­inha­ber und UGC-Platt­form­be­trei­ber bei der Um­set­zung tech­ni­scher Maß­nah­men zur le­ga­len Nut­zung von Wer­ken vor. Sol­che Maß­nah­men sind be­reits weit ver­brei­tet und wer­den von den Platt­for­men für ihre ei­ge­nen Zwe­cke zum An­ge­bot der Ser­vices ver­wen­det. Der­zeit al­ler­dings, ohne die Be­dürf­nis­se der Rech­te­inha­ber zu be­rück­sich­ti­gen. Dies soll sich nun durch die För­de­rung von Ko­ope­ra­ti­on än­dern.

Auch Kon­su­men­ten, die In­hal­te uploa­den, pro­fi­tie­ren von dem Text der Ur­he­ber­rechts-Richt­li­nie. Künf­tig sol­len die Li­zenz­ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Rech­te­inha­bern und UGC-Platt­for­men auch die Haf­tung von Uploa­dern ab­de­cken, die In­hal­te zu nicht-kom­mer­zi­el­len Zwe­cken hoch­la­den. Da­mit wer­den Kon­su­men­ten beim Vi­deo-Upload recht­lich ab­ge­si­chert.

Kunst­schaf­fen­de im Dia­log mit Mit­glie­dern des EU-Par­la­ments

2018 gab es zahl­rei­che Tref­fen mit Mit­glie­dern des EU-Par­la­ments, um auf die Dring­lich­keit der No­vel­le des Ur­he­ber­rechts hin­zu­wei­sen.  Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de aus ganz Eu­ro­pa for­der­ten, dass be­stehen­de Ge­set­zes­lü­cken für gro­ße On­line-Platt­for­men drin­gend ge­schlos­sen und ein fai­re Ver­gü­tung der On­line-Nut­zung ih­rer Wer­ke si­cher­ge­stellt wer­den müs­sen. EU-Par­la­men­ta­ri­er wur­den auf­ge­for­dert, sich nicht dem Druck der in­ter­na­tio­na­len Tech­no­lo­gie-Gi­gan­ten zu beu­gen, die ihre ei­ge­nen Wirt­schafts­in­ter­es­sen ver­fol­gen, son­dern die In­ter­es­sen der Be­völ­ke­rung zu wah­ren.

Aus Ös­ter­reich führ­ten die Kom­po­nis­ten und Song­wri­ter Cesár Sam­pson, Bo­ris Mi­la­nov und John Ar­man per­sön­li­che Ge­sprä­che mit Ver­tre­tern des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und leg­ten ihre Po­si­ti­on of­fen dar:

„Die Zu­kunft der Krea­ti­ven steht auf dem Spiel. Im di­gi­ta­len Zeit­al­ter bie­ten On­line-Platt­for­men zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten für Krea­tiv­schaf­fen­de und wir möch­ten, dass User un­se­re Wer­ke nut­zen kön­nen. Die gro­ßen Platt­for­men, die mit un­se­rem geis­ti­gen Ei­gen­tum viel Geld ver­die­nen, sol­len uns da­für auch fair be­zah­len.“, so Cesár Sam­pson stell­ver­tre­tend für tau­sen­de Krea­ti­ve aus Ös­ter­reich.