The­sen zur ur­he­ber­rechts­re­le­van­ten Wirt­schaft

Sie­ben The­sen zur ur­he­ber­rele­van­ten Wirt­schaft

Im Fol­gen­den wer­den sie­ben zen­tra­le The­sen, die sich im Rah­men der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Be­deutung des Ur­he­ber­rechts so­wie der Tä­tig­keit von Kreativ­schaffenden und aus­üben­den Künst­le­rIn­nen heraus­kristallisiert ha­ben, dar­ge­stellt.

Kunst und Kul­tur sind ein we­sent­li­cher Teil der ös­ter­rei­chi­schen Iden­ti­tät. Un­ser Land hat auch inter­na­tio­nal ei­nen aus­ge­zeich­ne­ten Ruf als Kul­tur­na­ti­on, der sich ne­ben ei­ner aus­ge­präg­ten musika­li­schen Tra­di­ti­on und dem his­to­ri­schen im­pe­ria­len Erbe über­dies im­mer mehr auf zeit­ge­nös­si­scher Kunst und Kul­tur grün­det. Kunst und Kul­tur ist auch bei der Ur­laubs­ent­schei­dung ein im­mer be­deut­sa­meres Kri­te­ri­um und wird so­mit für die hei­mi­sche Tou­ris­mus­wirt­schaft – von ei­nem be­reits in den ver­gan­ge­nen Jahr­zen­ten ho­hen Be­deu­tungs­ni­veau aus­ge­hend – im­mer wich­ti­ger. Der An­teil der Gäs­te, die ih­ren Ur­laub in Ös­ter­reich als Kul­tur­ur­laub be­zeich­nen, liegt im Schnitt bei 9%.

Kul­tur­tou­ris­mus ist ein wach­sen­des Seg­ment, an­ge­trie­ben durch die stei­gen­de Nach­fra­ge nach Kurz­reisen, und wich­ti­ger He­bel für den Ganz­­jahres­tourismus. Er ist nach­hal­tig, kri­sen­re­sis­tent und hat eine wich­ti­ge „Tür­öff­ner­funk­ti­on“ so­wie eine hohe re­gio­na­le Be­deu­tung. Städ­te sind die ers­te An­laufstelle für Fern­rei­sen­de und da­von pro­fitieren auch um­lie­gen­de Re­gio­nen. Hei­mi­sche Künst­le­rIn­nen und Krea­ti­ve tra­gen durch ihre Tä­tig­keit und ihr Leis­tungs­ver­mö­gen so­wohl im In- als auch im Aus­land zu ei­nem po­sitiven Ös­ter­reich­bild bei und stär­ken das Image Ös­ter­reichs als Kul­tur­na­ti­on. Ihr Schaf­fen ist in die­sem Zu­sam­men­hang auch für Gäs­te, die nach Ös­ter­reich kom­men, von ho­her Be­deutung.

Mehr als sie­ben von zehn der Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­­übenden Künst­le­rIn­nen (73%) schät­zen ihre künst­le­risch-krea­ti­ve Tä­tig­keit als wich­tig für das Image Ös­ter­reichs als Kul­tur­na­ti­on ein, in Salz­burg sind es gar 80%. Vor al­lem Film-und Thea­ter­schau­spie­le­rIn­nen be­wer­ten ihre Tä­tig­keit in die­sem Zu­sam­­men­hang als wich­tig (81%). Ge­zielt nach der Be­deu­tung für Gäs­te, die nach Ös­ter­reich kom­men be­fragt, se­hen knapp 50% der Be­­­fragten ihre künst­le­risch-krea­ti­ve Tä­tig­keit als wich­tig an, ins­be­son­dere in der Grup­pe der Inter­pre­tInnen. Über­durch­schnitt­lich hohe Zu­stim­mung gibt es hier re­gio­nal ge­sehen vor al­lem in den Bun­des­ländern Kärn­ten und Ti­rol. Hier zei­gen auch die Be­fra­gung des Buch­han­dels bzw. der Krea­tiv­wirt­schaft ähn­li­che Zu­stim­mungs­wer­te um die 50%.

Kunst und Kul­tur sind als mul­ti­funk­tio­na­les Phä­no­men ein in­te­gra­ler Teil un­se­rer Ge­sell­schaft und un­se­res Selbst­ver­ständ­nis­ses. Sie be­ein­flus­sen un­ser Le­ben und die Ge­sell­schaft nach­hal­tig, sind Grund­lage ei­nes mo­der­nen Staa­tes und sei­nes Wohl­stan­des. Sie wer­den da­her oft auch als „krea­ti­ver Kitt un­se­rer Ge­sell­schaft“ be­zeich­net. Je­des Werk, ge­schaf­fen im Rah­men ei­nes künst­le­risch-kre­a­­ti­­ven Pro­zes­ses, kann meh­re­re Funk­tio­nen ein­neh­men und meh­re­re Zwe­cke er­fül­len, un­ter an­de­rem kann es ver­schiedene The­men in das Zen­trum des ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­ses stel­len und Dis­kus­sio­nen an­re­gen. Die­se Wer­ke ha­ben das Po­ten­ti­al, Ent­wick­lun­gen in der Ge­sell­schaft an­zu­sto­ßen und weiter­zu­brin­gen.

Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen sind als Ge­stal­ter die­ser Wer­ke von ho­her ge­sell­schaft­li­cher Be­deu­tung. Häu­fig wer­den sie auch als Seis­mo­gra­phen ei­ner Ge­sell­schaft be­zeich­net, die Stimmun­gen und ge­sell­schaftliche Ent­wick­lun­gen (bzw. ana­log zur Erd­be­ben­for­schung auch ge­sell­schaft­li­che Er­schüt­te­run­gen) wahr­neh­men, auf­zeich­nen und im Rah­men ih­rer krea­ti­ven Ausein­ander­setzung wi­der­spie­geln.

Bei­na­he acht von zehn Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen (79%) schät­zen ihre künst­le­risch-krea­ti­ve Tä­tig­keit als wich­tig für die Wei­ter­ent­wick­lung und Bil­dung der ös­ter­rei­chi­schen Ge­sell­schaft ein, in Salz­burg sind es so­gar 84%. Eine überdurch­schnitt­lich hohe Zu­stim­mung gibt es hier vor al­lem auch in den ver­schie­de­nen Be­rei­chen des Films (Film­her­steller, -ur­he­ber) inkl. Film- und Thea­ter­schau­spie­le­rIn­nen. Auch die Be­frag­ten des Buch­han­dels zei­gen hier hohe Zu­stim­mung (87% be­zeich­nen die­se als sehr bzw. eher wich­tig).

Künst­le­rIn­nen und Krea­ti­ve set­zen da­mit wich­ti­ge Im­pulse in so­zia­len Struk­tu­ren, be­fruch­ten den ge­sell­schaftlichen Dis­kurs und voll­zie­hen eine Aus­­­einandersetzung mit den Grund­mus­tern des Zusam­men­lebens. Krea­ti­ve Ak­teu­rIn­nen sind ins­be­son­de­re auch für die Ent­wick­lung hin zu ei­ner Wissens­gesell­schaft von Be­deu­tung, in de­ren Rah­men eine Er­ar­bei­tung, Ver­brei­tung und kri­ti­sche Re­zep­ti­on von Deu­tungen der Wis­sens­be­stän­de auch öko­no­misch und in­no­va­to­risch von wach­sen­der Be­deu­tung ist.

Eu­ro­pa und ge­ra­de Ös­ter­reich, als klei­ne, of­fe­ne Volks­wirt­schaft, sind mehr denn je auf eine hohe In­no­va­ti­ons­dy­na­mik an­ge­wie­sen, um in­ter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben und das Wohl­standsniveau ab­zu­si­chern. Die Krea­tiv­wirt­schaft bzw. Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen spie­len in die­sem Pro­zess eine ganz be­deu­ten­de Rol­le. Sie dy­na­mi­sie­ren in­no­va­ti­ve Pro­zes­se und Ent­wick­­lungen, in­dem sie ei­ner­seits neue Pro­duk­te, Dienst­leis­tun­gen, An­wen­dun­gen und Ge­schäfts­mo­delle (zu­meist in Netz­wer­ken) selbst ent­wi­ckeln, an­de­rer­seits be­reits be­stehen­de inno­va­torische Fort­schrit­te in neue Kon­tex­te (krea­ti­ve Kom­bi­na­tio­nen) stel­len.

Da­durch tra­gen Krea­ti­ve we­sent­lich zu In­no­va­ti­on und Wachs­tum des Wirt­schafts­stand­or­tes Öster­reich bei und fun­gie­ren im Na­tio­na­len In­no­va­ti­ons­sys­tem (NIS) als wich­ti­ge Technologietransfer­kno­ten. Vor al­lem auch ihre hohe Ko­ope­ra­ti­ons­nei­gung stärkt die Ver­net­zun­gen in­ner­halb des NIS.

„Vie­le in­no­va­to­ri­sche Im­pul­se, die auch der Wirt­schaft nut­zen, ge­hen von krea­tiv-künst­le­risch tä­ti­gen Men­schen aus“, mei­nen neun von zehn Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen im Rah­men der IWI-Be­fra­gung. Die­se Mei­nung tei­len ins­be­son­de­re Re­spon­den­tIn­nen aus den Be­rei­chen Bil­den­de Kunst und Film bzw. geo­gra­phisch ge­se­hen aus Wien, Ober­ös­ter­reich und au­ßer­halb von Ös­ter­reich. Eine ver­hältnismäßig hö­he­re Be­für­wor­tung zeigt sich bei die­ser Aus­sa­ge bei den be­frag­ten Per­so­nen mit hö­he­rer Schul­bil­dung.

Vor die­sem Hin­ter­grund ge­win­nen Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen als In­no­va­ti­ons­fak­tor in­ner­halb der Eu­ro­päi­schen Uni­on im­mer mehr an Be­deu­tung. Sie leis­ten ei­nen wert­vol­len Bei­trag, um Ös­ter­reich auf dem Weg zur Grup­pe der In­no­va­ti­on Lea­der zu un­ter­stüt­zen. Der Sek­tor ist eine wich­ti­ge Quel­le für ori­gi­nä­re Ide­en und hat auch im Be­reich der An­wen­dung und Ge­stal­tung mo­der­ner Tech­no­lo­gi­en Im­puls­funk­ti­on. Häu­fig tra­gen KünstlerInnen/Kreative dazu bei, dass tech­nisch-in­no­va­to­­ri­sche Neue­run­gen den Weg in die Ge­sell­schaft fin­den, da neue Tech­no­lo­gi­en früh­zei­tig und experi­men­tell ge­nutzt und wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.

Auch zu­kunfts­ori­en­tier­te und in­no­va­ti­ve Ar­beits- und Ge­schäfts­mo­del­le neh­men in der Kul­tur- und Kreativ­wirtschaft häu­fig ih­ren An­fang. Zu ih­ren Merk­ma­len ge­hö­ren sich schnell wan­deln­de Un­ter­­neh­mens- und Be­schäf­ti­gungs­struk­tu­ren und da­mit ver­bun­den sich än­dern­de Tä­tig­keits­fel­der.

Die Krea­tiv­wirt­schaft ist durch ihre hohe tech­no­lo­gi­sche Af­fi­ni­tät und ihre in die­sem Zu­sam­men­hang ste­hen­den In­no­va­tio­nen di­rek­ter Trei­ber we­sent­li­cher ge­sell­schaft­li­cher Ver­än­de­run­gen, die weit über ihre spe­zi­fi­schen Teil­märk­te hin­aus­ge­hen und wich­ti­ge trans­for­ma­to­ri­sche Pro­zes­se ein­lei­ten. Ziel für die Zu­kunft muss sein, die krea­ti­ven Po­ten­tia­le des Sek­tors noch bes­ser in das NIS zu inte­grie­ren und die dy­na­mi­sche und in­no­va­to­ri­sche Leis­tungs­kraft von Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­lerInnen noch stär­ker für die üb­ri­ge Volks­wirt­schaft nutz­bar zu ma­chen.

Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen müs­sen sich je­doch (auch zu­künf­tig) dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass ihr geis­ti­ges Ei­gen­tums­recht ge­wahrt und ge­ach­tet wird. Nur so kann Krea­ti­vi­tät ge­dei­hen und In­no­va­ti­on statt­fin­den. Und nur so ist es dem/der Ei­gen­tü­me­rIn ei­ner geis­ti­gen Leis­tung auch mög­lich, die­se wirt­schaft­lich zu nut­zen. Auch für Un­ter­neh­men ist der Schutz ih­res geis­ti­gen Ei­gen­tums die Vor­aus­set­zung für In­no­va­ti­on und Ent­wick­lung.

Eine Ba­lan­ce al­ler An­spruchs- und Sta­ke­hol­der­grup­pen ist im Be­reich des Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutzrecht schwer zu er­zie­len. Eine ge­wis­se Am­bi­va­lenz ist dem The­ma in­hä­rent, da es unter­schied­lichste In­ter­es­sens­la­gen be­trifft. Das Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­recht muss so­wohl der Nut­zung und Ver­wer­tung von Wer­ken, als auch den An­sprü­chen von Ur­he­be­rIn­nen und Rechte­in­haberInnen ge­recht wer­den.

All dies muss in Ein­klang mit dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt ge­lin­gen. Der di­gi­ta­le Wan­del und ins­be­sondere das In­ter­net füh­ren da­bei zu zu­sätz­li­chen Heraus­for­derungen. Vor dem Hin­ter­grund des Tem­pos der tech­no­lo­gi­schen Ver­än­de­rung, kann dies nur ein fort­lau­fen­der Pro­zess sein. Da­bei muss ein ba­lan­cier­ter In­ter­es­sens­aus­gleich zwi­schen In­halt, Tech­no­lo­gie und Nut­ze­rIn­nen ge­währ­leis­tet wer­den.

Wie schwie­rig eine Ba­lan­ce ist, zeigt auch die Tat­sa­che, dass sich selbst in­ner­halb der Grup­pe der Be­rech­tig­ten aus dem Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­recht nicht alle gleich­be­han­delt füh­len. Le­dig­lich knapp 13% sind der An­sicht, dass im Gro­ßen und Gan­zen alle An­spruchs­grup­pen un­ter den Künst­lerInnen/Kreativen gleich­­behandelt wer­den. Die Zwie­späl­tig­keit der The­ma­tik zeigt sich wei­ters in der Zu­frie­den­heit mit der der­zeit gül­ti­gen Form des Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­rechts. Rund die Hälf­te der Be­frag­ten ist zu­frie­den, rund ein Drit­tel nicht.

Die­ser Be­fund zeigt, dass ein kon­ti­nu­ier­li­cher, of­fe­ner und vor al­lem in­halts­ori­en­tier­ter Dis­kurs, der alle An­spruchs- und Sta­ke­hol­der­grup­pen ein­schließt, wei­ter­hin er­for­der­lich ist. Ein An­satz­punkt ist in die­sem Zu­sam­men­hang auch eine In­for­ma­ti­ons­be­reit­stel­lung und Auf­klä­rung hin­sicht­lich der An­sprüche aus dem Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­recht. Vier von zehn Be­frag­ten füh­len sich über ihre An­sprüche nicht aus­rei­chend in­for­miert. Ein bes­se­res Wis­sen über An­sprü­che bzw. die Ma­te­rie selbst ist mit­un­ter schon ein ers­ter Schritt in Rich­tung ei­nes bes­se­ren Dis­kur­ses.

Dass Ein­nah­men aus dem Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­recht auch zu­künf­tig ei­nen be­deu­ten­den Ein­kom­mens­an­teil für Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen dar­stel­len wer­den, er­fährt im Rah­men der Be­fra­gung eine sehr hohe Zu­stim­mung von fast 90%. Die Re­gel­mä­ßig­keit die­ser Ein­nah­men hat da­bei kaum Ein­fluss auf das Ant­wort­ver­hal­ten. Auch eine Ein­schät­zung der Ent­wick­lung der Ein­nah­men aus ur­he­ber­recht­lich ge­schütz­ten Wer­ken ver­deutlicht die Be­deu­tung als Einkommens­be­stand­teil. So rech­nen 38% der Be­frag­ten da­mit, dass die­se in den kom­men­den drei Jah­ren stei­gen wer­den und 34% da­mit, dass die­se zu­min­dest gleich blei­ben wer­den. Le­dig­lich 18% rech­nen mit­tel­fris­tig mit ei­ner Ab­nah­me.

Da­mit in Zu­sam­men­hang steht auch eine zu­künf­tig (öko­no­misch) hohe Be­deu­tung des Ur­he­ber- und Leistungs­schutzrechts an sich so­wie die Durch­set­zung der An­sprü­che dar­aus. Na­he­zu alle Be­frag­ten (rund 94%) hal­ten ge­ra­de heut­zu­ta­ge und in den kom­men­den Jah­ren Ur­he­ber- und Leistungs­schutz­rechte und de­ren Durch­set­zung für wich­tig. Ver­stärkt wird die­se Aus­sa­ge da­durch, dass neun von zehn Be­frag­ten (91%) an­ge­ben, dass durch die Miss­ach­tung von Ur­he­ber- und Leistungsschutz­rech­ten im On­line-Be­reich den KünstlerInnen/Kreativen (wich­ti­ge) Ein­nah­men ver­lo­ren ge­hen.

Die ent­schei­den­de Her­aus­for­de­rung be­steht in den kom­men­den Jah­ren dar­in, das Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutzrecht und des­sen Durch­set­zung so wei­ter zu ent­wi­ckeln, dass Be­rech­tig­te und Rechte­in­haberInnen nach wie vor ei­nen öko­no­mi­schen Nut­zen aus der Ver­wer­tung ih­rer Wer­ke zie­hen kön­nen. Das Recht an der krea­ti­ven Leis­tung ist das Rück­grat je­der Form di­gi­ta­ler und krea­ti­ver Öko­no­mie. Ohne eine ju­ris­ti­sche und ge­sell­schaft­li­che Klä­rung die­ser Fra­ge kann sich die Krea­tiv­wirt­schaft nicht wachs­tums­ori­en­tiert ent­wi­ckeln.

Der di­gi­ta­le Wan­del ver­än­dert die Le­bens- und Ar­beits­welt in ho­hem Tem­po, auch jene der Kreativ­schaffenden & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen. Alle Krea­tiv­be­rei­che bzw. künst­le­ri­schen Spar­ten sind mehr oder we­ni­ger von der Di­gi­ta­li­sie­rung be­trof­fen und ge­stal­ten die­se ak­tiv mit. Sie ver­än­dert vor al­lem die Pro­duk­tion und Dis­tri­bu­ti­on kultur­wirtschaftlicher Gü­ter grund­le­gend.

Auch die Ar­beits­ab­läu­fe ha­ben sich durch den Ein­satz di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en ra­di­kal ver­än­dert. Krea­ti­­ve und Künst­lerInnen müs­sen heut­zu­ta­ge All­roun­der sein, die ne­ben fachlich/inhaltlichen Qualifi­ka­tio­nen zu­­gleich technisch/digitales Know-how mit­brin­gen. Da­bei gilt es ne­ben den schier un­be­grenz­ten Möglich­kei­ten, wel­che die Di­gi­ta­li­sie­rung bie­tet, auch den Über­blick bzw. Fo­kus zu wah­ren.

Die Aus­wir­kun­gen des di­gi­ta­len Wan­dels be­tref­fen da­bei meist die Sphä­re, der das Werk be­gleiten­den Tä­tig­keits­be­rei­che, nach­hal­ti­ger als die Pro­duk­ti­on bzw. das Werk selbst. Die stärks­ten Aus­wir­kun­gen der Digi­ta­­lisierung se­hen die Be­frag­ten auf den Be­reich Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on (79% be­zeich­nen den Ein­fluss hier als sehr bzw. eher stark). Ho­her Ein­fluss wird wei­ters auf die Be­rei­che Ein­kauf und Be­schaffung (59%) so­wie Ver­kauf und Dis­tri­bu­ti­on ge­se­hen (53%). Das wirt­schaft­li­che und krea­tiv-küns­t­­le­ri­­sche Han­deln wird durch die Di­gi­ta­li­sie­rung wei­ters in der Ko­ope­ra­ti­on mit an­de­ren Künst­le­rIn­nen (52%) und der Wei­ter­bil­dung (44%) be­ein­flusst.

Auf das Kunst­werk selbst se­hen hin­ge­gen le­dig­lich 34% ei­nen Ein­fluss (ei­nen star­ken Ein­fluss se­hen da­bei 11%). Der Ein­fluss neu­er di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en auf das Werk ist er­war­tungs­ge­mäß stark vom Tätigkeits­be­reich bzw. der Kunst-/Krea­tiv­spar­te ab­hän­gig. So se­hen bspw. Musik­videoproduzentInnen oder auch Film­her­stellerInnen (Pro­du­zen­tIn­nen) und -ur­he­be­rIn­nen ei­nen deut­lich hö­he­ren Ein­fluss der Digitalisie­rung auch auf das Werk selbst.

Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Be­frag­ten (86%) sieht durch di­gi­ta­le Tech­no­lo­gi­en die Mög­lich­keit, ein grö­ße­res Pu­bli­kum zu er­rei­chen, gleich­zei­tig je­doch das Pro­blem, dass die Er­trä­ge je Werk schrum­­pfen. Über­durch­schnitt­li­che Zu­stim­mung gibt es hier im Be­reich der Mu­sik so­wie der Inter­pre­­tInnen, Mu­sik­vi­deo­pro­du­zen­tIn­nen und Ton­trä­ger­her­stel­le­rIn­nen (je­weils rund 90%). In­wie­weit es durch die di­gi­ta­le Ver­mark­tung von Wer­ken mit­tel­fris­tig im je­wei­li­gen künst­lerischen Be­reich der Be­frag­ten zu ei­ner Stei­ge­rung der Er­lö­se kom­men wird, dar­über herrscht ein dif­fe­ren­zier­tes Bild. Rund 43% se­hen po­sitiv in die Zu­kunft und rech­nen durch die Mög­lich­kei­ten di­gi­ta­ler Dis­tri­bu­ti­on auch mit Erlös­stei­ge­rungen, die Hälf­te der Be­frag­ten hin­ge­gen denkt, dass dem nicht so sein wird. Vor al­lem Re­spon­den­tInnen aus dem Be­reich Li­te­ra­tur se­hen die Ent­wick­lung un­güns­tig.

Der di­gi­ta­le Wan­del hat eine neue Art des ge­sell­schaft­li­chen und un­ter­neh­me­ri­schen Den­kens und Han­delns ge­schaffen. Als gro­ße Er­run­gen­schaft der Di­gi­ta­li­sie­rung se­hen Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­lerInnen vor al­lem den ra­schen Zu­gang zum Pu­bli­kum und den Vor­teil ei­ner brei­ten, glo­ba­len Öffent­lich­keit. Auch die Mög­lich­kei­ten schnel­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on und Informations­be­schaffung so­wie inter­na­tionale Ver­net­zungs­mög­lich­kei­ten wer­den ana­log zur Be­fra­gung bei den Kreativwirt­schafts­­unter­nehmen häu­fig ge­nannt. In Stich­wor­ten zu­sam­men­ge­fasst sind die Er­run­gen­schaf­ten: Reich­wei­te, Sicht­bar­keit, In­for­ma­ti­ons­be­schaf­fung und Ver­net­zung.

Als Nach­tei­le der Di­gi­ta­li­sie­rung wer­den so­wohl von Krea­tiv­wirt­schafts­un­ter­neh­men als auch Krea­tiv­schaffenden & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen vor al­lem das Über­an­ge­bot bzw. die Un­über­schau­bar­keit, die Informations­flut, die Schnel­lig­keit (Schritt­hal­ten mit den tech­no­lo­gi­schen Ver­än­de­run­gen), eine Über­sättigung der Märk­te, eine ge­wis­se Kurz­le­big­keit und teils ge­rin­ge­re Wert­schät­zung (des Werks) bzw. eine Ober­fläch­lichkeit so­wie eine Miss­ach­tung von Urheberrechten/Datenschutz ge­nannt.

Auch wenn die Di­gi­ta­li­sie­rung mehr ist als das In­ter­net (World Wide Web), ist es in der Ar­beits­welt der Kunst- und Krea­tiv­sze­ne nicht mehr weg­zu­den­ken. Drei Vier­tel der Be­frag­ten (75%) sind der Mei­nung, dass das In­ter­net mitt­ler­wei­le zen­tra­les Ele­ment des wirt­schaft­li­chen Er­folgs von Kreativ­schaffenden & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen ist. Hohe Zu­stim­mung er­fährt dies vor al­lem auch im Be­reich Mu­sik­videoproduzentInnen (85%) und Ton­trä­ger­her­stel­le­rIn­nen (83%). In noch hö­he­rem Maße ver­tre­ten die­se An­sicht auch die Be­frag­ten des Buch­han­dels (90%) bzw. der Krea­tiv­wirt­schaft (94%). Den­noch wer­den bspw. On­line-Plat­t­­for­­­men in ers­ter Li­nie da­zu ge­nutzt, um so­zia­les Ka­pi­tal und Be­kannt­heit auf­zu­bau­en und nicht als be­­deutende finan­zielle Ein­nahmequelle, sa­gen 86% der Be­frag­ten.

Durch die di­rek­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le im In­ter­net (un­ter an­de­rem So­ci­al Me­dia) ist es heu­te we­sent­lich leich­ter als frü­her, ein The­ma zu set­zen und sich selbst be­kannt zu ma­chen bzw. zu ver­mark­ten. Krea­tive kön­nen mit ih­rem Pu­bli­kum in ei­ner frü­her un­vor­stell­ba­ren Wei­se di­rekt in Kon­takt und Aus­tausch tre­ten. Den­noch zeigt sich hier auch die Pro­ble­ma­tik bzw. der Wi­der­spruch. Auch wenn das Inter­net mitt­ler­wei­le zen­tra­les Ele­ment der Selbst­prä­sen­ta­ti­on ist, kann es oft (noch) nicht im sel­ben Aus­maß in ökono­mi­schen Er­folg um­ge­münzt wer­den.

Der Schutz des geis­ti­gen Ei­gen­tums ist eine stän­di­ge Her­aus­for­de­rung, die durch den di­gi­ta­len Wan­del und die zen­tra­le Rol­le des In­ter­nets in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine zu­sätz­li­che Di­men­si­on er­fahren hat. Über 90% der Be­frag­ten ge­ben an, dass ih­nen durch die Miss­ach­tung von Ur­he­ber- und Leis­tungsschutzrechten im On­line-Be­reich wich­ti­ge Ein­nah­men ver­lo­ren­ge­hen. Vor al­lem Be­frag­te aus dem Be­reich Mu­sik (inkl. Ton­trä­ger­her­stel­le­rIn­nen, In­ter­pre­tIn­nen) stim­men die­ser Aus­sa­ge sehr deut­lich zu.

Eben­falls hohe – so­gar noch et­was hö­he­re – Zu­stim­mung (94%) er­fährt die Aus­sa­ge, dass ge­ra­de heut­zu­ta­ge und in den kommen­den Jah­ren der Schutz von Ur­he­ber- und Leis­tungs­schutz­rech­ten und de­ren Durch­set­zung be­deu­ten­der denn je ist. Die­se hohe Zu­stim­mung zieht sich durch alle Kreativ­sparten.

Bei­den As­pek­ten wird auch in der Be­fra­gung des Buch­han­dels aus­nahms­los zu­ge­stimmt (100%) und auch die Be­frag­ten der Krea­tiv­wirt­schaft zei­gen hier hohe Zu­stim­mung (74% be­züg­lich dem Ver­lust wich­ti­ger Ein­nah­men auf Sei­ten der Künst­le­rIn­nen und Krea­ti­ven bzw. 85% hin­sicht­lich der Wich­tig­keit ei­nes Ur­he­ber- und Leis­tungs­schut­zes so­wie sei­ner Durch­set­zung).

Zu den­ken gibt, dass et­was über die Hälf­te der Be­frag­ten der An­sicht ist, dass die Durch­set­zung von Schutz­rech­ten in di­gi­ta­len Me­di­en qua­si un­mög­lich ist. Vor die­sem Hin­ter­grund muss wei­ter dar­an ge­ar­bei­tet wer­den, Lö­sun­gen zu fin­den, um Schutz- und Durch­set­zungs­maß­nah­men ent­spre­chend an­zu­passen. Ein Sys­tem zum Schutz der geis­ti­gen Ei­gen­tums­rech­te und zur ef­fek­ti­ven Be­kämp­fung von Rechts­ver­let­zun­gen muss auch im di­gi­ta­len Zeit­al­ter wirk­sam sein.

In die­sem Zu­sam­men­hang wird es auch (sehr) po­si­tiv ge­se­hen, dass dem The­ma Leis­tungs­schutz­recht auch auf EU-Ebe­ne mehr Auf­merk­sam­keit ge­wid­met wird, auch wenn die Ver­hand­lun­gen noch nicht ab­ge­schlos­sen sind (Buch­han­del: 86% bzw. Krea­tiv­wirt­schaft: 85%).

Ne­ben Krea­ti­vi­tät und Ta­lent brau­chen Krea­tiv­schaf­fen­de & aus­üben­de Künst­le­rIn­nen für den Er­folg auch ein ge­wis­ses (Selbst-)Vermarktungstalent. Wer von sei­nem künst­le­risch-krea­ti­ven Schaf­fen le­ben will bzw. muss, braucht – ge­ra­de auch als Selbstständige(r) – Un­ter­neh­mer­geist. Die Ver­mark­tung des ei­ge­nen Werks stellt je­doch für ei­nen Groß­teil der Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­übenden Künst­le­rIn­nen eine Her­aus­for­de­rung dar. Mehr als zwei Drit­tel (73%) der Be­frag­ten sind der An­sicht, dass es für krea­tiv-künst­le­risch tä­ti­ge Per­so­nen heut­zu­ta­ge ohne ent­spre­chen­de Zusatz­qua­lifi­ka­­tionen nicht mehr mög­lich ist, die ei­ge­nen Wer­ke zu ver­wer­ten. Re­gio­nal ge­se­hen ist die Zu­stim­mung hier vor al­lem in Salz­burg und Ober­ös­ter­reich sehr hoch.

Be­triebs­wirt­schaft­li­ches und un­ter­neh­me­ri­sches Den­ken bzw. „die krea­tiv-künst­le­ri­sche Tä­tig­keit be­glei­ten­den Qua­li­fi­ka­tio­nen“ ge­win­nen an Be­deu­tung. Be­trach­tet man ein­zel­ne Qualifikations­be­rei­che so er­ach­ten die Be­frag­ten vor al­lem die Wis­sens­fel­der „Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on“ (90% sehr bzw. eher wich­tig), „Ver­kauf und Dis­tri­bu­ti­on“ (78%) so­wie den Be­reich „IT/EDV“ (74%) als be­deutend. Aber auch (Zusatz-)Qua­li­fi­kationen in den The­men­fel­der „Recht“ (70%) so­wie „BWL“ (61%) gel­ten mehr­heit­lich als nö­tig bzw. wich­tig für die Aus­übung des ei­ge­nen krea­tiv-künst­le­ri­schen Be­rufs.

Ab­seits da­von er­ach­te­ten die Be­frag­ten auch Soft-/So­ci­al Skills für wich­ti­ge, das krea­ti­ve Schaf­fen be­glei­tende, Kom­pe­ten­zen. In die­sem Zu­sam­men­hang wer­den un­ter an­de­rem Ver­mitt­lungs­ver­mö­gen von Ide­en und In­hal­ten, Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on, Durch­hal­te­ver­mö­gen oder auch die Fä­hig­keit, Netz­wer­ke auf­zu­bauen, ge­nannt.

Künst­le­rIn­nen und Krea­ti­ve wer­den im di­gi­ta­len Zeit­al­ter ge­wis­ser­ma­ßen zum Agen­ten und Ver­mitt­ler ih­rer selbst. Das ver­langt ih­nen ne­ben dem ho­hen zeit­li­chen Auf­wand auch neue Fä­hig­kei­ten und Zu­satz­qua­li­fi­ka­tio­nen ab. Hier muss sich auch die Aus­bil­dung be­wäh­ren. Der ge­sam­te Kom­plex der künst­le­ri­schen Po­si­tio­nie­rung am Markt ge­hört sinn­vol­ler­wei­se in die Cur­ri­cu­la der Ausbildungs­stätten. Mit der be­ruf­li­chen Rea­li­tät bzw. der Rea­li­tät des Mark­tes und sei­ner Be­deu­tung für die künst­le­­risch-krea­ti­ve Tä­tig­keit wer­den die Be­trof­fe­nen spä­tes­tens nach Be­en­di­gung ih­rer Aus­bil­dung kon­frontiert. Im An­ge­sicht der öko­no­mi­schen An­for­de­run­gen ih­res Be­rufs füh­len sich vie­le un­zu­reichend vor­be­reitet.

Über die Hälf­te der Be­frag­ten (56%) fühl­te sich durch ihre Aus­bil­dung oder an­de­re ge­mach­te Er­fah­run­gen un­zu­rei­chend gut ge­rüs­tet, was ent­spre­chen­de Zu­satz­fä­hig­kei­ten be­trifft. Um­ge­kehrt fühl­ten sich le­dig­lich 11% um­fas­send gut vor­be­rei­tet. Dies be­trifft so­wohl Frau­en als auch Män­ner und zieht sich durch alle Aus­bil­dungs­ebe­nen, wo­bei sich ins­be­son­de­re die Pflicht­schul­ab­gän­ger (zwei Drit­tel der Be­frag­ten) schlecht vor­be­rei­tet se­hen.

Auch wenn oft­mals Sor­ge herrscht, dass ein zu frü­hes Kon­fron­tie­ren der Künst­le­rIn­nen und Krea­ti­ven mit be­triebs­wirt­schaft­li­chen und un­ter­neh­me­ri­schen As­pek­ten im Rah­men der Aus­bil­dung die Krea­ti­vi­tät und künst­le­ri­sche Frei­heit ein­schrän­ken könn­te, sieht man den­noch den Be­darf und auch den Wunsch der Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­le­rIn­nen hin­sicht­lich Zu­satz­qua­li­fi­ka­tio­nen für ein er­folg­reiches Agie­ren am Markt bes­ser ge­rüs­tet zu sein. Man muss es den Aus­zu­bil­den­den er­mög­lichen, ak­tiv mit der The­ma­tik um­zu­ge­hen und ih­ren ei­ge­nen Zu­gang zu ent­wi­ckeln. Wich­tig ist es, Ih­nen die not­wendige Kom­pe­tenz mit­zu­ge­ben, um am Markt als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ne­rIn auf Augen­höhe und als selbst­be­stimmte Ak­teu­rIn­nen auf­zu­tre­ten und nicht als „brot­lo­ser Künst­ler“ und „krea­ti­ver Bitt­steller“.

Ob­wohl die Be­zah­lung im Ver­gleich zu an­de­ren Be­ru­fen oft ge­rin­ger aus­fällt und Kar­rie­re­we­ge schwer­er plan­bar sind, ist das In­ter­es­se an ei­ner Tä­tig­keit im krea­tiv-künst­le­ri­schen Be­reich nach wie vor hoch. Dies zeigt auch die Tat­sa­che, dass die Be­frag­ten in ih­rem je­wei­li­gen Tä­tig­keits­be­reich kei­ne Nach­wuchs­pro­ble­me se­hen. Im Ge­gen­teil: 45% der Be­frag­ten sind der An­sicht, dass (eher) zu vie­le jun­ge Künst­le­rIn­nen in Ös­ter­reich in ihr Be­rufs­feld drän­gen. Im Be­reich der Bil­den­den Kunst sind es so­gar 55%.

Die nächs­te Ge­nera­ti­on steht schon in den Start­lö­chern und bringt ne­ben um­fang­rei­chem Grund­la­gen­wissen auch ei­nen selbst­ver­ständ­li­chen Um­gang mit di­gi­ta­len Tech­no­lo­gi­en mit. So se­hen auch die Be­frag­ten, trotz ho­her Kon­kur­renz, im­mer noch gute Chan­cen für den Nach­wuchs. Mehr als die Hälf­te der Be­frag­ten (55%) wür­de ei­nem jun­gen Men­schen nach wie vor emp­feh­len, im eige­nen Krea­­tiv­bereich Fuß zu fas­sen. Le­dig­lich 5% wür­den da­von ka­te­go­risch ab­ra­ten.

Von ei­ner gro­ßen Zahl an jun­gen, gut aus­ge­bil­de­ten, krea­ti­ven Fach­kräf­ten kön­nen je­doch nicht nur Un­ter­neh­men, die di­rekt in der Krea­tiv­wirt­schaft an­ge­sie­delt sind, pro­fi­tie­ren. In der Kreativ­wirt­schaft herrscht ge­ne­rell ein sehr ho­hes Aus­bil­dungs­ni­veau. Ins­ge­samt ha­ben rund 55% eine Aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen, die über das Ma­tu­ra­ni­veau hin­aus­geht. Zu­sätz­lich sind sie meist über­durch­schnitt­lich fle­xi­bel und mo­bil so­wie ver­fü­gen über Mehr­fach­qua­li­fi­ka­tio­nen und hohe Kunden­orien­tie­rung. Es gilt das krea­ti­ve Po­ten­ti­al in Zu­kunft auch stär­ker in „bran­chen­frem­den“ Be­rei­chen ein­zu­setzen bzw. die­se interdis­zi­pli­när zu ver­netzen.

Es ent­wi­ckeln sich lau­fend neue Job­pro­fi­le, für die es noch kei­ne for­ma­len Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten gibt. In die­sem Zu­sam­men­hang müs­sen he­te­ro­ge­ne Wege, um jun­ge Ta­len­te in der Krea­tiv­wirt­schaft zu för­dern, ge­gan­gen wer­den und ne­ben Unter­neh­mens­gründungen auch die Durch­läs­sig­keit in an­de­re Be­rei­che er­leich­tert wer­den. Nur so kann mit­tel- und lang­fris­tig das bran­chen­über­grei­fen­de Po­ten­zial von Krea­ti­vi­tät und In­no­va­ti­on aus­ge­schöpft wer­den.