aus­tria crea­ti­ve

Die ge­samt­wirt­schaft­li­che Be­deu­tung von Ur­he­ber­rech­ten in Ös­ter­reich

Zu­sam­men­fas­sung der Er­geb­nis­se ei­ner Stu­die des In­dus­trie­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts (IWI) für Aus­tria crea­ti­ve

Die ös­ter­rei­chi­sche ur­he­ber­rechts­re­le­van­te Wirt­schaft nimmt in der hei­mi­schen Volks­wirt­schaft ei­nen be­deu­ten­den Platz ein. Sie um­fasst eine Viel­zahl an Ak­teu­ren ent­lang der Wert­schöp­fungs­ket­te, die im Rah­men ih­rer Leis­tungs­er­stel­lung eng mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Auch mit an­de­ren Wirt­schafts­be­rei­chen ist sie hoch ver­netzt und gibt mit­tel­ba­re Im­pul­se an die ge­sam­te Wirt­schaft wei­ter. In ih­rem ge­samt­wirt­schaft­li­chen Um­feld löst die ur­he­ber­rechts­re­le­van­te Wirt­schaft im wei­te­ren Sin­ne mit­tel- wie un­mit­tel­bar ei­nen Pro­duk­ti­ons­wert von 34,12 Mrd. EUR aus und si­chert pro Jahr in Sum­me mehr als 293.000 Ar­beits­plät­ze in der ös­ter­rei­chi­schen Volks­wirt­schaft.

Dar­über hin­aus las­sen sich aus ak­tu­el­len em­pi­ri­schen Er­he­bun­gen des IWI ei­ni­ge Aus­sa­gen zu wich­ti­gen Zu­kunfts­the­men wie In­no­va­ti­on, Di­gi­ta­li­sie­rung, Qua­li­fi­ka­ti­on, Nach­wuchs etc. her­aus­lö­sen, die in Zu­sam­men­hang mit dem Wert­schöp­fungs­sys­tem Ur­he­ber­recht ste­hen. Es zeigt sich zu­dem, dass die Wer­ke von Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­lern für das Image Ös­ter­reichs als Kul­tur­na­ti­on be­deu­tend sind, wo­mit wei­te­re Ef­fek­te, wie bspw. Tou­ris­mus­ef­fek­te in Zu­sam­men­hang ste­hen, die hin­sicht­lich ei­ner öko­nomischen Be­deu­tung der ur­he­ber­rechts­re­le­van­te Wirt­schaft noch zu­sätz­lich be­rück­sich­tigt wer­den kön­nen. In ei­ner ers­ten kon­ser­va­ti­ven Schät­zung kann, un­ter Be­rück­sich­ti­gung der mittel­baren Ebe­ne, mit 1,0 Mrd. bis 1,3 Mrd. EUR zu­sätz­lich aus­ge­lös­ter Pro­duk­ti­on aus Tou­ris­mus­ef­fek­ten ge­rech­net wer­den.

Im Mit­tel­punkt der krea­ti­ve Mensch und sein Werk

Die Ana­ly­se zeigt, dass Krea­tiv­leis­tun­gen in Form von ur­he­ber­rechts­ge­schütz­ten Wer­ken in ei­ner mo­der­nen In­dus­trie- und Wis­sens­ge­sell­schaft ei­nen es­sen­ti­el­len Wirt­schafts­fak­tor dar­stel­len. Ba­sis da­für sind schöp­fe­risch und ge­stal­te­risch tä­ti­ge Men­schen. Ihr Schaf­fen steht für die wirt­schaft­li­che Dy­na­mik ei­ner auf Krea­ti­vi­tät und In­no­va­ti­on ba­sie­ren­den Öko­no­mie.

Auch wenn im Zeit­al­ter von In­dus­trie 4.0 in zahl­rei­chen Wirt­schafts­zwei­gen im­mer mehr Maschi­nen und de­ren Ver­net­zung in den Vor­der­grund rü­cken, blei­ben in der ur­he­ber­rechts­re­le­van­ten Wirt­schaft der schöp­fe­ri­sche Akt und das Werk im Mit­tel­punkt. Da­bei sind  Ide­en und Krea­ti­vi­tät, mehr noch als an­de­re Res­sour­cen, mit dem Men­schen ver­bun­den.

Wie wich­tig Krea­ti­vi­tät für In­no­va­ti­on und Wett­be­werbs­fä­hig­keit von Wirt­schafts­räu­men ist, sieht man dar­an, dass der Be­griff der Krea­ti­vi­tät ge­gen­wär­tig – ge­ra­de auch auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne – eine er­staun­li­che Kon­junk­tur er­lebt. Als be­deu­ten­de Res­sour­ce, die nie­mals ver­siegt, als Ka­pi­tal, auf das wir an­ge­wie­sen sind, um im glo­ba­len Wett­be­werb be­stehen zu kön­nen, ist sie für un­se­ren zu­künf­ti­gen Wohl­stand von ent­schei­den­der Be­deu­tung. Aus die­sem Grund ist es wich­tig, sich mit der wirt­schaft­li­chen Lage bzw. der Ein­kom­mens­si­tua­ti­on der Krea­tiv­schaf­fen­den aus­ein­an­der­zu­set­zen. Das Ur­he­ber­recht ist in die­sem Zu­sam­men­hang ein He­bel, um Ein­kom­men aus der Ver­wer­tung krea­ti­ver Ar­beit zu er­mög­li­chen.

Par­al­lel zum Be­deu­tungs­ge­winn von Krea­ti­vi­tät und In­no­va­ti­on hat in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit je­doch auch eine ra­san­te Ver­än­de­rung der Rah­men­be­din­gun­gen, die in Zu­sam­men­hang mit der ur­he­ber­rechts­re­le­van­ten Wirt­schaft ste­hen, statt­ge­fun­den.

Ver­än­der­te Rah­men­be­din­gun­gen

In den letz­ten Jah­ren hat sich ein tief­grei­fen­der Wan­del voll­zo­gen. Vor al­lem die tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen, ins­be­son­de­re das In­ter­net, hat die Le­bens- und Ar­beits­welt der Krea­tiv­schaf­fen­den & aus­üben­den Künst­ler ver­än­dert. Neue di­gi­ta­le Tech­no­lo­gi­en be­ein­flus­sen das krea­ti­ve Schaf­fen selbst, mehr aber noch die be­glei­ten­den Tä­tig­kei­ten, vor al­lem die Be­rei­che Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on, aber auch Be­schaf­fung und Dis­tri­bu­ti­on. Krea­ti­ve und Künst­ler müs­sen heut­zu­ta­ge All­roun­der sein, die ne­ben fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auch tech­ni­sches und kauf­män­ni­sches Know-how mit­brin­gen.

Im Zu­sam­men­hang mit dem di­gi­ta­len Wan­del ver­än­dern sich auch an­de­rer Fak­to­ren. Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen zei­gen sich im Zuge von glo­ba­ler Ver­net­zung und Eu­ro­päi­sie­rung eben­so dy­na­misch, wie die Struk­tur von Wert­schöp­fungs­ket­ten bzw. das Ver­hal­ten und die Er­wartungen von Kon­su­men­ten. Neue Ak­teu­re sind hin­zu­ge­kom­men und Ge­schäfts­mo­del­le ha­ben sich mo­di­fi­ziert. Die­se Ver­än­de­run­gen schaf­fen ei­ner­seits neue Chan­cen und Mög­lich­kei­ten, sie sor­gen je­doch zu­gleich für Ri­si­ken und Hand­lungs­be­darf bei Wirt­schaft, Po­li­tik und Ge­sell­schaft.

Wert­schöp­fungs­sys­te­me schüt­zen

Das wert­schöp­fen­de We­sen der ur­he­ber­rechts­re­le­van­ten Wirt­schaft ist hoch sen­si­bel. Ent­lang von Wert­schöpfungsketten agie­ren ver­schie­de­ne An­spruchs­grup­pen, mit teils he­te­ro­ge­nen In­ter­es­sens­la­gen im Kon­nex zum Ur­he­ber­recht. Auch wenn in der vor­lie­gen­den Stu­die von Wertschöpfungs­ketten die Rede ist, han­delt es sich kor­rek­ter­wei­se um ein in sich und nach au­ßen stark ver­netz­tes Wert­schöp­fungs­sys­tem.

Nur wenn das ge­sam­te Sys­tem Er­folg hat, ha­ben die ein­zel­nen (System-)Akteure in ei­nem wett­be­werb­li­chen Um­feld Über­le­bens­chan­cen. Nur wenn das ge­sam­te Wert­schöp­fungs­sys­tem re­si­li­ent ist, sind auch die Ein­zel­ak­teu­re zu­kunfts- und wett­be­werbs­fä­hig. Wich­tig ist in die­sem Zu­sam­men­hang so­mit, dass je­der Ein­zel­ne (im Ge­samt­sys­tem) ei­nen kauf­män­ni­schen Er­folg ver­bu­chen kann.

Wert­schöp­fungs­sys­te­me – wel­che we­sent­lich zu In­no­va­ti­on und Wachs­tum des Wirt­schafts­stand­or­tes Ös­ter­reich bei­tra­gen – gilt es zu schüt­zen und zu stär­ken. Und nur weil eine aus­ba­lan­cier­te Lö­sung schwie­rig ist, darf das Pro­blem nicht un­ge­löst blei­ben. Krea­ti­ve müs­sen von ih­ren krea­ti­ven Leis­tun­gen, die ihr Ei­gen­tum sind, le­ben (kön­nen). Gleich­zei­tig müs­sen an­de­re Ak­teu­re des Wert­schöp­fungs­ver­bun­des Chan­cen se­hen mit ih­ren Geschäftsmo­dellen er­folg­reich zu sein. Nur so kann das Ge­samt­sys­tem sei­ne Wachs­tums­dy­na­mik ent­fal­ten und Im­pul­se auch in an­de­re Wirt­schafts­be­rei­che aus­strah­len.

 

Über Aus­tria crea­ti­ve

Aus­tria crea­ti­ve re­prä­sen­tiert eine un­ab­hän­gi­ge Platt­form von In­di­vi­du­al­per­so­nen und Un­ter­neh­men in Ös­ter­reich, die mit geis­ti­gem Ei­gen­tum zu tun ha­ben. Sie ver­tritt die In­ter­es­sen und Be­dürf­nis­se der Rech­te­inha­ber und Rech­te­nut­zer in Ös­ter­reich, ko­ope­riert mit eu­ro­päi­schen so­wie in­ter­na­tio­na­len Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und nutzt ein grenz­über­grei­fen­des Netz­werk. Die Part­ner kom­men aus un­ter­schied­li­chen Kunst- und Kul­tur­spar­ten: ORF, VÖZ, AKM, Haupt­ver­band des Ös­ter­rei­chi­schen Buch­han­dels, Ös­ter­rei­chi­scher Ver­le­ger­ver­band, Fach­ver­band der Film- und Mu­sik­in­dus­trie, Krea­tiv­wirt­schaft Aus­tria, Fach­ver­band Wer­bung & Markt­kom­mu­ni­ka­ti­on, Wie­ner Staats­oper, Ver­band der ös­ter­rei­chi­schen Mu­sik­wirt­schaft ifpi, Ver­an­stal­ter­ver­band Ös­ter­reich VVAT.