Ur­he­ber­recht

Ur­he­ber­recht in Kürze

Das Ur­he­ber­rechts­ge­setz ist so et­was wie die Ma­gna Carta für den Krea­ti­ven. Es legt fest, dass nur der Ur­he­ber ent­schei­det, was mit sei­ner schöp­fe­ri­schen Leis­tung ge­sche­hen darf, und zwar in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht und auch zu sei­nem ide­el­len Schutz. Alle Rechte sind dem Ur­he­ber vor­be­hal­ten, das be­deu­tet, dass jede kom­mer­zi­elle Nut­zung nur mit Be­wil­li­gung des Ur­he­bers le­gal er­fol­gen kann. Der Ur­he­ber kann je­doch auch an­dere Per­so­nen da­mit be­trauen, Be­wil­li­gun­gen (für ihn) zu er­tei­len. Diese Po­si­tion neh­men im Be­reich der mu­si­ka­li­schen Ur­he­ber­rechte weit­ge­hend Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten ein, teil­weise wer­den Ur­he­ber durch Ver­le­ger ver­tre­ten (z.B. Ver­fil­mungs­recht, Büh­nen­auf­füh­run­gen).

Das ös­ter­rei­chi­sche Ur­he­ber­rechts­ge­setz (in der Folge kurz als UrhG be­zeich­net) re­gelt so­wohl das Ur­he­ber­recht im en­ge­ren Sinn, des­sen Schutz­ge­gen­stand das Werk ist, als auch die sog. ver­wand­ten Schutz­rechte, auch Leis­tungs­schutz­rechte oder Nach­bar­rechte ge­nannt.

Urheberrecht

 

1) Ur­he­ber­recht i.e.S.

Werk­be­griff

Was ist nun ein Werk im ur­he­ber­recht­li­chen Sinn und so­mit vom Schutz des UrhG er­fasst? Es muss sich um eine ei­gen­tüm­li­che (Stich­wort In­di­vi­dua­li­tät) geis­tige Schöp­fung han­deln und diese muss den Ge­bie­ten der Li­te­ra­tur, der Ton­kunst, der bil­den­den Künste oder der Film­kunst zu­or­den­bar sein.

  • Werke der Li­te­ra­tur:

Sprach­werke al­ler Art (Ge­dicht, Ro­man, wis­sen­schaft­li­che Ar­beit, Rei­se­be­richte, etc.), Büh­nen­werke, Land­kar­ten, Com­pu­ter­pro­gramme

Werke der Ton­kunst:

Schla­ger, Sin­fo­nie, Oper, Film­mu­sik, Mu­sik in Com­pu­ter­spie­len, etc.

Werke der bil­den­den Künste:

Ma­le­rei, Gra­fik, Plas­tik, Werke der Bau­kunst, Kunst­ge­werbe und Licht­bil­der mit künst­le­ri­scher Ge­stal­tung

Film­kunst:

Stumm­film, Ton­film, Vi­deo­pro­duk­tio­nen, Fern­seh­pro­duk­tio­nen, Com­pu­ter­spiel, Mul­ti­me­dia-Pro­duk­tio­nen

Schutz­ge­gen­stand

Schutz­ge­gen­stand ist also nicht die kör­per­li­che Fest­le­gung, das Werk­stück wie z.B. ein Ton­trä­ger, son­dern die da­hin­ter­ste­hende geis­tige Ge­stal­tung, also et­was, was man nicht an­grei­fen kann, et­was Im­ma­te­ri­el­les.

Dass auch Geis­tes­gut sei­nen Wert hat, sollte ei­gent­lich kei­ner wei­te­ren Dis­kus­sion oder Er­läu­te­rung be­dür­fen – die Pra­xis sieht lei­der an­ders aus. Und dies nicht erst seit Auf­tre­ten des viel­stra­pa­zier­ten Wor­tes der (di­gi­ta­len) In­for­ma­ti­ons­ge­sell­schaft.

Schutz von Werk­t­ei­len

Ein Werk ge­nießt als Gan­zes und in sei­nen Tei­len ur­he­ber­recht­li­chen Schutz.

In die­sem Zu­sam­men­hang sei dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die im­mer wie­der an­ge­spro­chene „ge­ne­relle Frei­heit, ei­nige Takte bzw. eine be­stimmte Se­kun­den­an­zahl ei­nes ge­schütz­ten frem­den Mu­sik­wer­kes ver­wen­den zu kön­nen“, nicht der recht­li­chen Si­tua­tion ent­spricht!

Be­ar­bei­tun­gen

Ge­schützt sind nicht nur Ori­gi­nal­werke, son­dern – so­weit sie ei­gen­tüm­li­che geis­tige Schöp­fun­gen dar­stel­len – auch Be­ar­bei­tun­gen. Der Be­ar­bei­ter braucht zur Ver­wer­tung sei­ner Be­ar­bei­tung (nicht zur Be­ar­bei­tung an sich) die vor­he­rige Zu­stim­mung des Rech­te­inha­bers (Ur­he­ber bzw. Ver­lag) des ge­schütz­ten be­ar­bei­te­ten Wer­kes.

Freie Werke

Weil das öf­fent­li­che In­ter­esse das des Werk­schöp­fers über­wiegt, ge­nie­ßen gem. UrhG ver­schie­dene Werke (von vor­ne­her­ein) kei­nen ur­he­ber­recht­li­chen Schutz. Dazu ge­hö­ren v.a. Ge­setze, Ver­ord­nun­gen, amt­li­che Er­lässe, Be­kannt­ma­chun­gen und Ent­schei­dun­gen.

Ur­he­ber

Da Ur­he­ber ei­nes Wer­kes ist, wer es ge­schaf­fen hat, kann der Ur­he­ber nur eine na­tür­li­che (phy­si­sche) Per­son sein. Es gibt da­her kein ori­gi­nä­res Ur­he­ber­recht ju­ris­ti­scher Per­so­nen; al­len­falls kön­nen sie Trä­ger ab­ge­lei­te­ter Rechte sein.

Auch bei ei­nem im Auf­trag oder im Dienst­ver­hält­nis ge­schaf­fe­nen Werk ist der je­wei­lige Auf­trag- oder Dienst­neh­mer der Ur­he­ber. Wel­che Rechte der Auf­trag­ge­ber bzw. Dienst­ge­ber er­wirbt, re­gelt grund­sätz­lich der kon­krete Ver­trag, in Aus­nah­men das Ge­setz (z.B. § 40b bei Com­pu­ter­pro­gram­men).

Mit­ur­he­ber­schaft

Ha­ben zwei oder meh­rere Per­so­nen ein Werk ge­mein­sam ge­schaf­fen, spricht man von Mit­ur­he­ber­schaft. Das Ur­he­ber­recht steht al­len Mit­ur­he­bern ge­mein­schaft­lich zu.

Wenn Werke ver­schie­de­ner Art (z.B. Werk der Tonkunst/Komposition mit Sprachwerk/z.B. Song­text, Film­werke mit Film­mu­sik) ver­bun­den wer­den, be­grün­det das an sich noch keine Mit­ur­he­ber­schaft.

Ent­ste­hen und Dauer

Das Ur­he­ber­recht ent­steht ex lege mit dem Re­alakt der Schaf­fung, ein For­mal­akt wie eine Re­gis­trie­rung, An­mel­dung o.ä. ist nicht er­for­der­lich.

Das Ur­he­ber­recht er­lischt 70 Jahre nach dem Tod des Ur­he­bers bzw. des letzt­le­ben­den Mit­ur­he­bers (sog. Schutz­frist). Da­nach spricht man von frei­ge­wor­de­nen Wer­ken.

Über­trag­bar­keit

Das Ur­he­ber­recht ist ver­erb­lich; in Er­fül­lung ei­ner auf den To­des­fall ge­trof­fe­nen An­ord­nung kann es auch auf Son­der­nach­fol­ger über­tra­gen wer­den. Un­ter Le­ben­den ist das Ur­he­ber­recht als sol­ches nicht über­trag­bar (Aus­nahme: Ver­zicht ei­nes Mit­ur­he­bers).

Der Ur­he­ber kann aber je­der­zeit Drit­ten die wirt­schaft­li­che Nut­zung er­mög­li­chen. (siehe dazu wei­ter un­ten: Werk­nut­zungs­recht – Werk­nut­zungs­be­wil­li­gung).

Rechte des Ur­he­bers

Dem Ur­he­ber­recht ent­sprin­gen ver­mö­gens­recht­li­che und per­sön­lich­keits­recht­li­che Be­fug­nisse, wo­bei sich diese Be­fug­nisse von­ein­an­der nicht im­mer ein­deu­tig ab­gren­zen las­sen, weil In­ter­de­pen­den­zen be­stehen. Im

We­sent­li­chen ver­steht man un­ter den ver­mö­gens­recht­li­chen Be­fug­nis­sen die sog. Ver­wer­tungs­rechte, die dem Ur­he­ber das Recht ein­räu­men, sein Werk wirt­schaft­lich zu nut­zen. (Von den Ver­wer­tungs­rech­ten lei­tet sich üb­ri­gens der Name Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten ab).

Die Ver­wer­tungs­rechte sind grund­sätz­lich als Aus­schlie­ßungs­rechte kon­zi­piert. Aus­schlie­ßungs­recht be­deu­tet, dass der Ur­he­ber frei dar­über ent­schei­den kann, ob er ei­nem an­de­ren die Be­nut­zung sei­nes Wer­kes ge­stat­ten will oder nicht.

 

Rechte im Über­blick

Ur­he­ber­per­sön­lich­keits­rechte

Schutz ge­gen Ent­stel­lung, Ver­än­de­rung, Kür­zung, Be­ar­bei­tung, Über­set­zung, Recht auf Na­mens­nen­nung.

Verwertungsrechte/Vermögensrechte

  • Ver­viel­fäl­ti­gung

(Buch­druck, Fo­to­ko­pie­ren, Schall­platte, MC, Vi­deo­kas­sette, Film­ko­pie, Auf­zeich­nung für Ra­dio und Fern­se­hen, Spei­che­rung im In­ter­net)

  • Ver­brei­tung

(Ver­kauf, Miete, Leihe von be­weg­li­chen Werk­stü­cken, Im­port, Ex­port)

  • Sen­dung

(Hör­funk und Fern­se­hen, ein­schließ­lich Sa­tel­lit und Ka­bel, ana­log oder di­gi­tal)

  • Öf­fent­li­cher Vor­trag bzw. öf­fent­li­che Auf­füh­rung

(öf­fent­li­ches Kon­zert, Mu­sik in der Disco, Ra­dio­wie­der­gabe in ei­nem Lo­kal, Le­sung aus Ro­man oder von Ge­dich­ten, Film im Licht­spiel­thea­ter, öf­fent­li­che Vor­füh­rung ei­nes Wer­kes der bil­den­den Kunst, öf­fent­li­che Wie­der­gabe mit­tels Laut­spre­cher)

  • Zur­ver­fü­gung­stel­lung

(An­bie­ten on­line)

Ur­he­ber­per­sön­lich­keits­rechte

Die per­sön­lich­keits­recht­li­chen Be­fug­nisse, die dem Ur­he­ber­recht ent­sprin­gen, schüt­zen den Ur­he­ber in sei­nen geis­ti­gen In­ter­es­sen am Werk. Ge­bräuch­lich ist die Be­zeich­nung die­ser Be­fug­nisse als Ur­he­ber­per­sön­lich­keits­rechte. So hat der Ur­he­ber das un­ver­zicht­bare Recht, die Ur­he­ber­schaft in An­spruch zu neh­men, wenn sie be­strit­ten oder das Werk ei­nem an­de­ren zu­ge­schrie­ben wird. Der Ur­he­ber be­stimmt, ob und mit wel­cher Ur­he­ber­be­zeich­nung das Werk zu ver­se­hen ist. Auch der­je­nige, dem der Ur­he­ber be­stimmte Werk­nut­zungs­rechte ein­ge­räumt hat, darf an dem Werk selbst, an des­sen Ti­tel oder an der Ur­he­ber­be­zeich­nung keine Kür­zun­gen, Zu­sätze oder an­dere Än­de­run­gen vor­neh­men, so­weit nicht der Ur­he­ber ein­wil­ligt oder das Ge­setz Än­de­run­gen zu­lässt. Selbst wenn der Ur­he­ber in nicht nä­her be­zeich­nete Än­de­run­gen ein­ge­wil­ligt hat, kann er sich zeit sei­nes Le­bens ge­gen Ent­stel­lun­gen, Ver­stüm­me­lun­gen und an­dere Än­de­run­gen, die seine geis­ti­gen In­ter­es­sen am Werk schwer be­ein­träch­ti­gen, zur Wehr set­zen.

Aufführungs/Vortrags/Vorführrecht

Die­ses aus­schließ­li­che Recht des Ur­he­bers um­fasst nicht nur die Live-Auf­füh­rung sei­nes Wer­kes, son­dern auch die öf­fent­li­che Wie­der­gabe von Wer­ken mit Hilfe von Bild- und Schall­trä­gern. Wei­ters ge­hört dazu die Be­nut­zung ei­ner Rund­funk­sen­dung oder ei­ner öf­fent­li­chen „Zur­ver­fü­gung­stel­lung“ ei­nes Wer­kes zur öf­fent­li­chen Wie­der­gabe des Wer­kes so­wie die öf­fent­li­che Wie­der­gabe durch Laut­spre­cher­über­tra­gun­gen u.ä. au­ßer­halb des Ver­an­stal­tungs­or­tes. (Das Vor­trags­recht be­zieht sich auf Sprach­werke, das Vor­führ­recht auf Werke der bil­den­den Kunst).

Zur­ver­fü­gungs­stel­lungs­recht

Dar­un­ter ver­steht man das aus­schließ­li­che Recht des Ur­he­bers, sein Werk der Öf­fent­lich­keit draht­ge­bun­den oder draht­los in ei­ner Weise zur Ver­fü­gung zu stel­len, dass es den Mit­glie­dern der Öf­fent­lich­keit von Or­ten und zu Zei­ten ih­rer Wahl zu­gäng­lich ist. Ver­ein­facht ge­sagt, um­fasst die­ses Recht das in­ter­ak­tive An­bie­ten von Wer­ken in Net­zen, wie z.B. In­ter­net, Mo­bil­funk­netz.

Sen­de­recht

Dies ist das aus­schließ­li­che Recht des Ur­he­bers sein Werk im Hör­funk und Fern­se­hen, ein­schließ­lich Sa­tel­lit und Ka­bel, ana­log oder di­gi­tal zu sen­den.

Ver­viel­fäl­ti­gungs­recht

Dies ist das aus­schließ­li­che Recht des Ur­he­bers, sein Werke in je­dem mög­li­chen Ver­fah­ren, in je­der Menge und dau­er­haft oder auch nur vor­über­ge­hend zu ver­viel­fäl­ti­gen.

Dazu ge­hö­ren die Her­stel­lung von Ton- oder Bild­ton­trä­gern, d.h. CD, DVD u.ä., aber auch zum Bei­spiel das Down­loa­den auf ei­nen Com­pu­ter, egal ob für eine lange oder eine kurze Zeit.

Ver­brei­tungs­recht

Die­ses Recht steht aus­schließ­lich dem Ur­he­ber zu und be­deu­tet, dass ohne seine Ein­wil­li­gung Werk­stü­cke, auf de­nen sein Werk fest­ge­hal­ten wird (z.B. eine CD), nicht ver­kauft oder in ei­ner an­de­ren Art der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht wer­den dür­fen. Un­ter das Ver­brei­tungs­recht fal­len auch das Ver­miet- und das Ver­leih­recht, für die Son­der­re­ge­lun­gen gel­ten.

Hat der Ur­he­ber aber be­reits ein­mal ein­ge­wil­ligt, dass ein Werk­stück in ei­nem Mit­glieds­staat der Eu­ro­päi­schen Union ver­brei­tet wird, so kann er sich bei der Ver­brei­tung die­ser Werk­stü­cke in an­dere Mit­glieds­staa­ten nicht mehr auf die­ses Recht be­ru­fen und diese Ver­brei­tung ver­hin­dern. Man spricht dann von der „Er­schöp­fung des Ver­brei­tungs­rechts“. Aus­ge­nom­men da­von ist aber das Recht des Ver­mie­tens.

Be­ar­bei­tungs­recht

Wie schon vor­her aus­ge­führt, ist für die Ver­wer­tung ei­ner Be­ar­bei­tung ei­nes Wer­kes die vor­he­rige Zu­stim­mung der Rech­te­inha­ber des be­ar­bei­te­ten Wer­kes not­wen­dig.

Eine mu­si­ka­li­sche Ver­än­de­rung (Kür­zung, neues Ar­ran­ge­ment u.ä.) stellt ebenso eine Be­ar­bei­tung dar wie jede Text­än­de­rung, also auch Über­set­zun­gen und Er­gän­zun­gen zum Ori­gi­nal­text. Die Rech­te­inha­ber kön­nen ihre Zu­stim­mung zur Be­ar­bei­tung ohne An­gabe von Grün­den ver­wei­gern oder an Be­din­gun­gen knüp­fen.

Syn­chro­ni­sa­ti­ons- bzw. Her­stel­lungs­recht

Dar­un­ter ver­steht man ins­be­son­dere das Recht, ein Werk (Kom­po­si­tion oder Text) mit ei­nem an­de­ren Werk zu ver­bin­den. z.B. wird ein mu­si­ka­li­sches Werk als Film­mu­sik mit ei­nem Film­werk ver­bun­den und diese Werk­ver­bin­dung auf ei­nem Bild­ton­trä­ger erst­mals fest­ge­hal­ten.

Die­ses Recht wird von der aus­tro me­chana (und der AKM) nicht ver­ge­ben. Die Zu­stim­mung zur Nut­zung ei­nes mu­si­ka­li­schen Wer­kes in die­ser Form ist di­rekt beim Rech­te­inha­ber ein­zu­ho­len. Dies ist grund­sätz­lich der Ur­he­ber bzw. bei ver­leg­ten Wer­ken in sei­nem Auf­trag der Mu­sik­ver­lag. Mög­li­cher­weise ist auch eine in der Ver­gan­gen­heit be­reits er­teilte Zu­stim­mung nach­träg­lich zu er­wei­tern, da bei­spiels­weise ein Fir­men­vi­deo als DVD oder CD-ROM aus­ge­wer­tet wird.

Der Rech­te­inha­ber legt die Höhe des Ent­gelts für eine der­ar­tige Nut­zung sei­nes Wer­kes fest. Diese rich­tet sich nach der Art des Mu­sik­wer­kes, dem Ver­wen­dungs­zweck, dem Ein­satz­um­fang etc. Der Rech­te­inha­ber kann die Ge­neh­mi­gung für die ge­wünschte Nut­zung sei­nes Wer­kes aber auch ver­wei­gern.

Bei Ar­chiv­mu­sik und Auf­trags­mu­sik sind die Her­stel­lungs­rechte im Ta­rif mit­ent­hal­ten.

Werk­nut­zungs­be­wil­li­gung – Werk­nut­zungs­recht (ver­trag­li­che Li­zenz)

Der Ur­he­ber kann ei­nem an­de­ren ge­stat­ten, seine Werk auf ein­zelne oder alle ihm vor­be­hal­te­nen Ver­wer­tungs­ar­ten zu be­nut­zen (Er­tei­lung ei­ner Werk­nut­zungs­be­wil­li­gung). Wenn er dies mit aus­schließ­li­cher Wir­kung tut, spricht man von der Ein­räu­mung ei­nes Werk­nut­zungs­rechts (ty­pi­sche Bei­spiele: Wahr­neh­mungs­ver­träge mit Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten, Ver­lags­ver­träge); diese Aus­schließ­lich­keit wirkt auch dem Ur­he­ber ge­gen­über, d.h. er hat die Ver­wer­tung sei­ner Werke (im Um­fang des ein­ge­räum­ten Werk­nut­zungs­rech­tes) zu un­ter­las­sen. Das ent­spre­chende Ver­wer­tungs­recht (als Teil des Ur­he­ber­rechts, das ja un­ter Le­ben­den nicht über­trag­bar ist, s.v.) ver­bleibt aber beim Ur­he­ber. Das Werk­nut­zungs­recht ist ver­erb­lich und ver­äu­ßer­lich.

Be­schrän­kun­gen der Ver­wer­tungs­rechte

In man­chen Fäl­len er­laubt der Ge­setz­ge­ber un­mit­tel­bar auf­grund des Ge­set­zes (ge­setz­li­che Li­zenz) eine Ver­wer­tung ei­nes Wer­kes, d.h. ohne dass der Ur­he­ber zu­stim­men muss (Aus­nah­men vom Aus­schlie­ßungs­recht). Im­mer­hin bil­ligt der Ge­setz­ge­ber dem Ur­he­ber in man­chen Fäl­len da­für ei­nen Ver­gü­tungs­an­spruch zu. In die­sen Aus­nah­me­fäl­len stellt der Ge­setz­ge­ber das In­ter­esse der All­ge­mein­heit vor das In­ter­esse des Ur­he­bers. Ob das im­mer ge­recht­fer­tigt ist, ist durch­aus dis­kus­si­ons­wür­dig, ins­be­son­dere wenn kein Ver­gü­tungs­an­spruch vor­ge­se­hen ist.

Die ge­setz­li­chen Li­zen­zen ohne Ver­gü­tungs­an­spruch sind bes­ser be­kannt als sog. freie Werk­nut­zun­gen.

Ver­gü­tungs­an­sprü­che sind in der Re­gel ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten­pflich­tig, d.h. sie kön­nen nur von Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten gel­tend ge­macht wer­den.

Im Fall des § 58 UrhG – Be­wil­li­gungs­zwang bei Schall­trä­gern – ver­pflich­tet der Ge­setz­ge­ber den Ur­he­ber eine ver­trag­li­che Li­zenz (Zwangs­li­zenz) zu er­tei­len.

 

2) Ur­he­ber­recht i.w.S.

Leistungsschutz(rechte)
Vol­len ur­he­ber­recht­li­chen Schutz ge­nießt nur der Ur­he­ber. Der Ge­setz­ge­ber an­er­kennt aber auch, dass be­stimmte an­dere Per­so­nen schutz­wür­dige Leis­tun­gen er­brin­gen und ge­währt die­sen ei­nen ähn­li­chen Schutz in Form der sog. ver­wand­ten Schutz­rechte (Leis­tungs­chutz­rechte). Schutz­ge­gen­stand ist hier also nicht das Werk, son­dern die Leis­tung. Diese sog. Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten sind: aus­übende Künst­ler (In­ter­pre­ten), Ton­trä­ger­her­stel­ler, Ver­an­stal­ter, Rund­funk­un­ter­neh­mer, Licht­bild­her­stel­ler, Ver­öf­fent­li­cher nach­ge­las­se­ner Werke, Da­ten­bank­her­stel­ler. Die Dauer der Leis­tungs­schutz­rechte der ein­zel­nen Grup­pen ist un­ter­schied­lich.

Wei­tere In­for­ma­tio­nen er­hal­ten Sie bei den je­wei­li­gen Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten.

Leis­tungs­schutz­rechte der In­ter­pre­ten
Wer ein Werk der Li­te­ra­tur oder der Ton­kunst vor­trägt oder auf­führt (und zwar gleich­gül­tig, ob das dar­ge­bo­tene Werk ur­he­ber­recht­li­chen Schutz ge­nießt, also auch dann, wenn das dar­ge­bo­tene Werk be­reits we­gen Ab­laufs der Schutz­frist frei ge­wor­den ist), hat – mit den vom Ge­setz be­stimm­ten Be­schrän­kun­gen – das aus­schließ­li­che Recht der Ver­wer­tung sei­ner Dar­bie­tung auf Bild- oder Schall­trä­ger (fest­hal­ten, ver­viel­fäl­ti­gen, ver­brei­ten), der Ver­wer­tung im Rund­funk (Sen­dung), der Ver­wer­tung zur öf­fent­li­chen Wie­der­gabe und der Ver­wer­tung zur öf­fent­li­chen Zur­ver­fü­gung­stel­lung.

 

3) Ver­stöße ge­gen Ur­he­ber­recht und Leis­tungs­schutz­rechte

Das UrhG ent­hält so­wohl zi­vil­recht­li­che als auch straf­recht­li­che Vor­schrif­ten zur Rechts­durch­set­zung.
Zi­vil­recht­li­che An­sprü­che: Un­ter­las­sungs­an­spruch, Be­sei­ti­gungs­an­spruch, An­spruch auf Ur­teils­ver­öf­fent­li­chung, An­spruch auf an­ge­mes­se­nes Ent­gelt, An­spruch auf Scha­den­er­satz und auf Her­aus­gabe des Ge­winns, An­spruch auf Rech­nungs­le­gung, Aus­kunfts­an­spruch.
Straf­recht­li­che An­sprü­che: Grund­sätz­lich straf­bar sind be­stimmte vor­sätz­li­che Ein­griffe in die Rechte der Ur­he­ber und Leis­tungs­schutz­be­rech­tig­ten; Frei­heits­strafe bis zu sechs Mo­na­ten oder Geld­strafe bis zu 360 Ta­ges­sät­zen, bei ge­werbs­mä­ßi­ger Be­ge­hung Frei­heits­strafe bis zu zwei Jah­ren. An­spruch auf Ur­teils­ver­öf­fent­li­chung. An­spruch auf Ver­nich­tung und Un­brauch­bar­ma­chung von Ein­griffs­ge­gen­stän­den und Ein­griffs­mit­teln.

 

4) Ver­trag­li­che Li­zen­zen – Ur­he­ber­rechts­ver­träge

Wie schon vor­her aus­ge­führt, kann der Ur­he­ber ei­nem an­de­ren ver­trag­lich eine Werk­nut­zungs­be­wil­li­gung er­tei­len oder ein Werk­nut­zungs­recht ein­räu­men. Hier zwei wich­tige Ur­he­ber­rechts­ver­träge.

Ver­lags­ver­trag: In die­sem Ver­trag räumt der Ur­he­ber dem Ver­lag Werk­nut­zungs­rechte ein. Der Ur­he­ber und der Ver­lag müs­sen sich dar­über ei­ni­gen, wel­che Rechte von der Ein­räu­mung be­trof­fen sind und für wel­chen räum­li­chen und zeit­li­chen Wir­kungs­be­reich sie gel­ten sol­len. Der Ur­he­ber hat da­bei dar­auf zu ach­ten, dass er sich nicht ver­pflich­tet, Rechte ein­zu­räu­men, die er be­reits Drit­ten (z.B. Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten oder an­de­ren Ver­la­gen) ein­ge­räumt hat. Zum „klas­si­schen“ Be­stand­teil ei­nes je­den Ver­lags­ver­tra­ges (ge­re­gelt im ABGB) ge­hört die Ein­räu­mung der gra­phi­schen Ver­viel­fäl­ti­gungs- und Ver­brei­tungs­rechte (Druck­rechte). Der No­ten­druck ist aber schon lange nicht mehr der al­lei­nige oder Haupt­be­stand­teil der ver­le­ge­ri­schen Tä­tig­keit. Dem­entspre­chend kom­men für eine Rech­te­ein­räu­mung auch eine Reihe an­de­rer Rechte in Frage, wie z. B. die sog. „gro­ßen“ Auf­füh­rungs­rechte, bei de­nen es – ver­ein­facht ge­sagt – um die büh­nen­mä­ßige Auf­füh­rung (musik)dramatischer Werke geht, das Be­ar­bei­tungs­recht u.a.m.

Wahr­neh­mungs­ver­trag: Dem ein­zel­nen Ur­he­ber ist es in der Pra­xis nicht mög­lich, mit je­dem, der seine Werke nutzt, z.B. durch öf­fent­li­che Auf­füh­rung, ei­nen Ver­trag zu schlie­ßen und da­mit zum Lohn für die Nut­zung sei­ner schöp­fe­ri­schen Ar­beit zu kom­men. Da­her ha­ben sich die Ur­he­ber schon sehr früh zu Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten zu­sam­men­ge­schlos­sen, de­nen sie diese Auf­gabe über­tra­gen ha­ben. Da­mit die Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten den Nut­zern, z.B. Ver­an­stal­ter öf­fent­li­cher Auf­füh­run­gen, eine Nut­zungs­be­wil­li­gung er­tei­len und in der Folge das ent­spre­chende Nut­zungs­ent­gelt von die­sen ein­he­ben kön­nen, müs­sen ih­nen von den Ur­he­bern Werk­nut­zungs­rechte ein­ge­räumt wer­den. Im Wahr­neh­mungs­ver­trag räumt der Ur­he­ber ei­ner Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft also Werk­nut­zungs­rechte zur treu­hän­di­gen Wahr­neh­mung ein. Wel­che Rechte das je­weils sein kön­nen, hängt vom je­wei­li­gen Wahr­neh­mungs­be­reich der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ab.
Die AKM nimmt die „klei­nen“ Auf­füh­rungs- und Sen­de­rechte so­wie Zur­ver­fü­gungs­stel­lungs­rechte an mu­si­ka­li­schen Wer­ken und da­mit ver­bun­de­nen Sprach­wer­ken so­wie ent­spre­chende Ver­gü­tungs­an­sprü­che wahr. Die aus­tro me­chana nimmt me­cha­ni­sche Ver­viel­fäl­ti­gungs- und Ver­brei­tungs­rechte an mu­si­ka­li­schen Wer­ken und da­mit ver­bun­de­nen Sprach­wer­ken so­wie ent­spre­chende Ver­gü­tungs­an­sprü­che wahr.