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AKM fordert KI-Vergütung für österreichische Künstlerinnen und Künstler

Lesedauer: 3 Minuten

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Die AKM fordert eine angemessene Vergütung für österreichische Künstlerinnen und Künstler im Zuge der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Musikindustrie.

Wach­s­tum des Musik­mark­ts kommt bei öster­re­ichis­chen Musikschaf­fend­en nicht an

Die jüng­ste Veröf­fentlichung der IFPI zum weltweit­en Wach­s­tum des Musik­mark­ts weist erneut steigende Umsätze in der Musikin­dus­trie aus. Aus Sicht der AKM bildet diese Entwick­lung jedoch nicht die wirtschaftliche Real­ität der in Öster­re­ich leben­den und schaf­fend­en Musik­erin­nen und Musik­er ab. Während vor allem inter­na­tionale Konz­erne und einzelne große Mark­t­teil­nehmer vom Mark­twach­s­tum prof­i­tieren, kommt dieses beim über­wiegen­den Teil der heimis­chen Musikschaf­fend­en nicht an. Nur 1,5% der AKM-Mit­glieder haben 2025 mehr als 1.000€ an Vergü­tung für die Music On Demand-Nutzung ihrer Werke erhal­ten. Die Abrech­nung dieser Tantiemen erfol­gt cent­ge­nau mith­il­fe eines inter­na­tionalen Dienstleisters.

Her­aus­forderun­gen durch Kün­stliche Intelligenz

Per­ma­nente Ver­wen­dung geschützter Werke zum Train­ing von KI-Sys­te­men sowie die Ver­bre­itung neuer, rein KI-gener­iert­er Musikpro­duk­te führen zu erhe­blichen Her­aus­forderun­gen. Die Stream­ing­plat­tform Deez­er hat kür­zlich bekan­nt­gegeben, dass rund 39% aller täglich hochge­lade­nen Musik­ti­tel voll­ständig KI-gener­iert sind – das entspricht rund 60.000 Werken pro Tag. Diese Entwick­lung erzeugt erhe­blichen Druck auf die Ein­nah­men der öster­re­ichis­chen Musikschaf­fend­en, da es derzeit keine Vergü­tung für die Ver­wen­dung ihrer Werke als Grund­lage für das Train­ing von KI gibt.

„Die aktuellen Entwick­lun­gen im Musik­markt, ins­beson­dere durch den Ein­satz von kün­stlich­er Intel­li­genz, stellen unsere Musikschaf­fend­en vor völ­lig neue und exis­ten­zielle Her­aus­forderun­gen. Es darf nicht sein, dass kreative Arbeit immer weit­er entwertet wird, während maschi­nen­gener­ierte Sys­teme den Wert abschöpfen. Wir brauchen drin­gend faire Regeln, damit unsere Kün­st­lerin­nen und Kün­stler auch im dig­i­tal­en Zeital­ter von ihrer Arbeit leben kön­nen“, mah­nt AKM-Präsi­dent Peter Vieweger.

Vergü­tungsanspruch in Musik­strate­gie verankern

Aus Sicht der AKM ist es daher drin­gend erforder­lich, klare und faire Rah­menbe­din­gun­gen für die Nutzung von KI zu schaf­fen, welche eine angemessene Beteili­gung der Musikschaf­fend­en sich­er­stellen. Ohne verbindliche Regelun­gen dro­ht eine weit­ere Ver­schär­fung der ohne­hin prekären Einkom­menssi­t­u­a­tion viel­er Urhe­berin­nen und Urheber.

Während sich auf europäis­ch­er Ebene bis­lang keine Fortschritte abze­ich­nen, kom­men erste Sig­nale aus dem öster­re­ichis­chen Jus­tizmin­is­teri­um. Jus­tizmin­is­terin Anna Sporrer hat bere­its betont, dass Kün­st­lerin­nen und Kün­stler eine angemessene Entschädi­gung für die Ver­wen­dung ihrer Werke zum KI-Train­ing erhal­ten müssen.

Die AKM appel­liert daher an die Bun­desregierung, im Rah­men der Musik­strate­gie eine prax­isori­en­tierte Grund­lage für Vergü­tungsansprüche zu schaf­fen und so die Zukun­ft der öster­re­ichis­chen Musikschaf­fend­en zu sichern.

Ein weit­er­er wesentlich­er Beitrag zur Stärkung des öster­re­ichis­chen Musik­stan­dorts liegt im heimis­chen Rund­funk. Wür­den öster­re­ichis­che Radio- und Fernsehsender wieder ver­stärkt Musik aus Öster­re­ich spie­len, hätte dies pos­i­tive Effek­te für Sicht­barkeit, Einkom­men und kul­turelle Vielfalt. Ins­beson­dere dem ORF kommt hier als öffentlich-rechtlichem Sender eine beson­dere Ver­ant­wor­tung zu. Mehr Air­play für heimis­che Pro­duk­tio­nen trägt dazu bei, dass Wertschöp­fung im Land bleibt.

Susanne Lontzen 

Mit­glieder­ser­vices

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