Login Formular

Suche

AKM bringt Songwriting und Innovation zum Eurovision Song Contest 2026

Lesedauer: 5 Minuten

v.l. Yanik Di Roma (nowon), Susanne Grainer (AKM), PAENDA, Ella Stern, Felix Swoboda (AKM), Sam Murray (University of Leeds) und Jenna Doyle (Middlesex University London) © Lara Tomasic

Im Rah­men des Euro­vi­sion Song Con­test 2026 war die AKM mit einem eige­nen Pro­gramm­punkt im Euro­fan House im Wien Muse­um vertreten. Im Mit­telpunkt standen aktuelle The­men der Musik­branche – von der Rolle der Songwriter:innen im ESC-Wet­tbe­werb bis hin zu inno­v­a­tiv­en tech­nol­o­gis­chen Lösun­gen für den Live-Bereich.

Songwriter:innen im Fokus: Zwis­chen Sicht­barkeit und Anerkennung

Gemein­sam mit der Uni­ver­si­ty of Leeds und der Mid­dle­sex Uni­ver­si­ty Lon­don präsen­tierte die AKM die aktuellen Ergeb­nisse der „Euro­vi­sion Song­writ­ers Sur­vey“. Ziel der Studie ist es, die Erfahrun­gen von Eurovision-Songwriter:innen sicht­bar zu machen und ihnen eine stärkere Stimme im Diskurs zu geben.

Die Auswer­tung der Dat­en sowie ver­tiefende Inter­views zeich­nen ein dif­feren­ziertes Bild: Ein­er­seits wird der Euro­vi­sion Song Con­test von Songwriter:innen als einzi­gar­tige Plat­tform mit hoher inter­na­tionaler Reich­weite und kreativ­en Chan­cen wahrgenom­men. Ander­er­seits äußern viele die Sorge, dass ihre Rolle zunehmend in den Hin­ter­grund tritt – ins­beson­dere im Ver­gle­ich zur starken Präsenz der Performer:innen im Wettbewerb.

Beson­ders deut­lich zeigt sich dabei der Wun­sch nach stärk­er­er Ein­bindung und Sicht­barkeit: 83 % der befragten Songwriter:innen wün­schen sich einen offiziellen Platz in der nationalen Del­e­ga­tion sowie finanzielle Unter­stützung für die Teil­nahme am Con­test. Zudem sprechen sich 75 % für eine sicht­barere Nen­nung von Songwriter:innen auf offiziellen Euro­vi­sion-Plat­tfor­men aus.

In ein­er anschließen­den Podi­ums­diskus­sion wur­den diese The­men gemein­sam mit drei Song­wri­terin­nen ver­tieft, die bere­its für den Euro­vi­sion Song Con­test geschrieben haben: Singer-Song­wri­terin und AKM-Mit­glied Ella Stern, die britis­che Song­wri­terin Emma Gale sowie die pol­nis­che Song­wri­terin und Pro­duzentin Weroni­ka Gabryelczyk.

Die Diskus­sion bestätigte viele Ergeb­nisse der Studie: Der Euro­vi­sion Song Con­test wird von Songwriter:innen als große kreative Chance wahrgenom­men, gle­ichzeit­ig wün­schen sich viele mehr Sicht­barkeit und Unter­stützung – ins­beson­dere über die nationalen Vorentschei­de hinaus.

Ella Stern, Co-Autorin des diesjähri­gen öster­re­ichis­chen ESC-Beitrags „Tanzschein“: „Dies war meine erste Erfahrung, für andere Künstler:innen zu schreiben, und auch mein erster Ein­blick in die Euro­vi­sion-Welt. Bish­er war das unglaublich span­nend. Ich habe inter­es­sante Men­schen ken­nen­gel­ernt und wertvolle neue Erfahrun­gen gesam­melt. Ich füh­le mich als Song­wri­terin dur­chaus wahrgenom­men und anerkannt.“

Dr. Samuel Mur­ray, Uni­ver­si­ty of Leeds und Leit­er der Studie: „Diese Ver­anstal­tung hat einen einzi­gar­ti­gen Raum für ESC-Songwriter:innen geschaf­fen, um sich zu ver­net­zen, Erfahrun­gen auszu­tauschen und neue Beziehun­gen aufzubauen.“

Tech­nol­o­gis­che Inno­va­tion für den Live-Bereich

Im zweit­en Teil der Ver­anstal­tung präsen­tierte die AKM gemein­sam mit dem Schweiz­er Tech-Start-up nowon ein inno­v­a­tives Sys­tem zur automa­tisierten Musik­erken­nung im Live-Bere­ich. Die Tech­nolo­gie erken­nt gespielte Werke in Echtzeit und ord­net sie automa­tisch den entsprechen­den Urheber:innen zu.

Ziel ist es, die bis­lang manuelle Erstel­lung von Setlists zu erset­zen und damit sowohl den Aufwand für Urheber:innen zu reduzieren als auch die Qual­ität und Effizienz der Tantiemen­verteilung für Ver­w­er­tungs­ge­sellschaften weit­er zu steigern.

AKM-Präsi­dent Peter Vieweger betont: „Gezielte Tech­nolo­giein­vesti­tio­nen sind Voraus­set­zung für eine auch in Zukun­ft präzise Verteilung der Tantiemen an unsere Mitglieder.“

Vor Ort vorgestellt wurde das Pro­jekt von Susanne Grain­er, Leitung der Abteilung Live-Auf­führun­gen der AKM, sowie Yanik Di Roma, CEO und Co-Founder von nowon. Ergänzt wurde die Präsen­ta­tion durch einen prax­is­na­hen Test­lauf: Ein Konz­ert der öster­re­ichis­chen Kün­st­lerin und Pro­duzentin PAENDA im Euro-Club wurde im Vor­feld mit dem Sys­tem live gemon­i­tort. Dabei erkan­nte und iden­ti­fizierte die Tech­nolo­gie alle vier gespiel­ten Songs voll­ständig und ord­nete sie kor­rekt zu. Die automa­tisierte Setlist kon­nte dadurch bere­its kurze Zeit später erstellt und versendet werden.

„Es war wirk­lich beein­druck­end, wie ein­fach das Tool funk­tion­iert. Für Künstler:innen wie mich ist das eine enorme Erle­ichterung und ich kann anderen Musiker:innen nur empfehlen, damit zu arbeit­en,“ so PAENDA.

Auch aus Sicht der Entwick­ler zeigt sich das Poten­zial deut­lich: „Die Zukun­ft der Musikrechtev­er­wal­tung wird datengetrieben und automa­tisiert sein. Entschei­dend ist, dass diese Tech­nolo­gien im Sinne der Musikschaf­fend­en entwick­elt wer­den“, sagt Yanik Di Roma.

Aus­tausch, Forschung und Zukunftsperspektiven

Mit der Kom­bi­na­tion aus wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen, kün­st­lerischen Per­spek­tiv­en und tech­nol­o­gis­chen Inno­va­tio­nen set­zte die AKM im Rah­men des Euro­vi­sion Song Con­test ein klares Zeichen: für mehr Sicht­barkeit von Songwriter:innen, für den Dia­log inner­halb der Branche und für die Weit­er­en­twick­lung der Musikrechtev­er­wal­tung im dig­i­tal­en Zeitalter.

Fotos © Lara Tomasic

Artikel teilen!

Ste­fanie Geier 

Unternehmens-Kom­mu­nika­tion

Artikel teilen!